Venturas – Supernova (2025, DIY)

Der Melo-Core-Geist der 90er spukt weiter durch die Musikwelt. Von ihm ergriffen sind auch die VENTURAS aus Wermelskirchen, die seit 2004 ihre Runden drehen und ebenfalls dafür sorgen, dass der Sound der Vergangenheit in der Gegenwart fortbesteht. Dabei weichen sie auch auf ihrem jüngsten Output, der „Supernova“-EP, durch die Beimengung offensiv metallischer Gitarren-Parts vom klassischen Bausatz ab. Zumindest ein Stück weit. Denn immerhin haben Wegbereiter wie STRUNG OUT – die neben BELVEDERE als eine hauptsächliche Einflussgröße auf das Wirken des rheinisch-bergischen Vierers bezeichnet werden kann – diese technische Variabilität schon vor der Jahrtausendwende offenbart. 

Damit sollte klar sein, dass die fünf Songs auf „Supernova“ das Rad des im Hardcore verwurzelten Punks keineswegs neu erfinden. Allerdings dürfte das auch niemand ernsthaft erwarten. Ergo steht auch hier der Spaß am hergebrachten Melodic-Gebolze im Mittelpunkt, der bei den Anspieltipps „Inglorious You“ und „Laugh Harder, Fear Less“ mit einem schicken Mix aus Melodie, Härte und Singalong-Passagen punktet. Beim binnen 67 Sekunden abgehandelten Titeltrack wird hingegen der Hardcore-Anteil stärker hervorgehoben, während das finale „Earthlinx“ eher das melodische Moment unterfüttert. Und das noch unerwähnte „Conquer It All“, bei dem Alex Gavazzi (THOUSAND OAKS) Schützenhilfe leistet, bietet schlicht von allem etwas. Dass die VENTURAS an das Hitpotenzial der erwähnten Referenzkapellen nicht vollends heranreichen, bleibt unter dem Strich nebensächlich. Denn ihre jüngste EP entwickelt bei starkem Sound genug eigenen Charme, um den 90’s-Spirit nicht nur auf Basis bloßer Nostalgieanwandlungen durch die Musikwelt spuken zu lassen.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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