V/A – A Punk Tribute to Green Day (2004, Anagram Records/Tributized)

Tribut-Alben sind eine heikle Angelegenheit. Vor allem dann, wenn sie dem punkigen Untergrund entspringen. Unbekannte Labels lassen unbekannte Bands von der Leine, um das Schaffen großer Vorbilder zu interpretieren. Mit meist zwiespältigem Resultat. So auch bei „A Punk Tribute to Green Day“, einem Sampler, der zehn Indie-Combos mit alten Hits der Superstars konfrontiert. Oder umgekehrt.

Das Gros der Stücke umreißt die frühe Major-Schaffensphase von GREEN DAY. Der Löwenanteil entfällt erwartungsgemäß auf „Dookie“ (1994), von dem insgesamt fünf Stücke interpretiert werden – oder einfach nachgeschrabbelt. Denn bereits beim tempobewussten THE NUMB ONES-Auftakt „Good Riddance“ (aus dem Fundus von „Nimrod“, 1997) wird klar, dass der Sampler nur Bands auffährt, die den gecoverten Urhebern unmöglich das Wasser reichen können.

Das muss erst einmal nichts heißen – tut es hier aber trotzdem. Als gelungen ist denn auch wenig zu bezeichnen. Die meisten Combos (manche scheinen nur zu offenkundig der Alternative-Ecke entliehen) spulen die Originale ohne eigene Note herunter. Der rockigere Gesang soll wohl den Unterschied machen. Kurzweil resultiert daraus kaum, selbst wenn „Poprocks and Coke“ (FLUX POP), „Nice Guys Finish Last“ (MY OTHER PROJECT), „Pulling Teeth“ (SCIENCE FICTION IDOLS) oder „Welcome to Paradise“ (THIRTY STONES) mit einigem Wohlwollen noch als solide gelten.

Ein Beispiel von der anderen Spektrumsseite bildet „She“, bei dem IMAGINARY BILL die Gitarre bis zum Rand der Lustlosigkeit reduzieren. Heraus stechen daher auch nur die Beiträge, die zumindest bemüht scheinen, die Klassiker zu variieren: Bei der AMONG ALL TRAGEDIES-Version von „Basket Case“ kommt Screamo-Geschrei dazu (geplärrt wird auch bei der „Jaded“-Version von ENDLESS), während SPANK „Hitchin’ a Ride“ als Female-Fronted-Garage-Rock interpretieren. Zwingend überzeugend ist auch das nicht. Immerhin aber mit klanglicher Kontrastfarbe angemischt.

Sind die zehn regulären Beiträge bewältigt, folgen drei Tracks, die veranschaulichen sollen, wo die Wurzeln des Schaffens von GREEN DAY liegen: „Forming“ (GERMS), „Holiday in Cambodia“ (DEAD KENNEDYS) und „Race Against Time“ (THE EXPLOITED). Ungeachtet des Klassiker- und Wegbereiterstatus der Urheber – welche moderne Punkband ist nicht von den DEAD KENNEDYS beeinflusst? –, erschienen im Falle von Billie Joe Armstrong & Co. allerdings eher THE CLASH oder die RAMONES treffender. Sei es drum, zu dieser Compilation, bei der im Grunde wenig passt, passt letztlich auch das.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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