Urban Justice (USA 2007)

urbanjusticeseagal„Tell every motherfucker they’re not safe till I find the motherfucker who killed my son.“ – ´Out for a Kill´ im Ghetto: Ballister

Steven Seagal wird alt. Nun werden sich wieder die Schlauberger in den Vordergrund drängen und behaupten, das sei angesichts knietiefer Stirnfalten ja auch unverkennbar. Aber die Zeichen stehen dem mittlerweile 58-jährigen nicht allein ins Gesicht geschrieben nein, in „Urban Justice“ lässt er sich tatsächlich im Gefecht anschießen! So etwas kam früher, „Hard to Kill“ hin oder her, eigentlich nicht in die Tüte. Aber vermutlich soll es die Verletzlichkeit des von ihm gespielten Simon Ballister hervorheben. Dackelblick und ewiges Verlustpalaver allein genügten offensichtlich nicht.

Wie den nicht minder runzligen „Leprechaun“ verschlägt es auch Ballister „in da Hood“, genauer die Slums von Los Angeles. Dort wurde sein Sohn, ein ehrenhafter Polizist, auf offener Straße erschossen. Nach der Beerdigungszeremonie steckt ihm die Ex-Frau, dass es entgegen der offiziellen Stellungnahme Mord war. Ohne Zögern quartiert sich der selbstredend in einer Spezialeinheit (welche ist egal) in allerlei Kampf- und Waffentechniken ausgebildete Trauerkloß unweit des Tatorts ein und beginnt die Suche nach dem Todesschützen. Dabei betont er zwar immer wieder, dass ihm Hintermänner und Beweggründe egal sind, Leichen türmt er trotzdem bei jeder Gelegenheit auf.

Zusätzlich wird er in emotionalen Anfällen (also intensiviertem Dackelblick) nicht müde zu erwähnen, dass das Überleben des eigenen Sohnes die schlimmste Erfahrung für einen Vater sei. Nur scheinen die Familien, denen er mit seinem gnadenlosen Rachefeldzug das gleiche Schicksal beschert, nicht zu zählen. Und so arbeitet sich Ballister – inklusive eines zweckfreien Kurzauftritts von Danny Trejo, mit dem Seagal später auch in „Machete“ spielte – in der Ganghierarchie nach oben, bis er auf Großdealer Armand Tucker (Komiker Eddie Griffin, „Norbit“) stößt. Der ist mit dem kriminellen Cop Shaw (Kirk B.R. Woller, „Flightplan“) im Bunde, dem gleich verdächtig erscheinenden Vorgesetzten von Ballisters getötetem Sohn.

Regisseur und Kameramann Don E. FauntLeRoy, der mit Seagal auch bei „Today You Die“ und „Mercenary for Justice“ zusammenarbeitete, präsentiert einen wüsten Mix aus übertriebenem Schauspiel (immerhin Griffin zeigt sichtlich Spaß am Overacting) und brutaler Rache-Action (die Blutfontänen buhlen um einen neuen Weiterekord). Die weiß insbesondere durch den hohen Grad an Stupidität zu unterhalten, der Seagal bei seiner Vendetta durchs Ghetto steter Begleiter ist. Autofahrten mit Rückprojektion oder Straßenslang der besonders derben Art („I gots to go“) lassen über die bescheuerte Plotte und die fragwürdige Moral hinwegsehen. Schließlich rumste es bei Seagal schon deutlich spaßfreier!

Wertung: (4 / 10)

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