Unzertrennlich (USA 2003)

unzertrennlichDer ergötzliche Witz der Gebrüder Farrelly mag im eingeschnürten Kreise ihres humoristischen Tagewerks für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Eine künstlerische Weiterentwicklung lassen die Regisseure jedoch seit ihrem Kassenschlager „Verrückt nach Mary“ schmerzlich vermissen. Denn auch ihre neueste Ulk-Kanonade, „Unzertrennlich“, krankt an selbigen Mängeln, die bereits „Ich, beide und sie“ und „Schwer verliebt“ zu transparenter Durchschnittskost degradierten. Sichtlich um den ambitionierten Spagat zwischen zotiger Komik und tiefgreifenden emotionalen Zwischentönen bemüht, fabrizieren Peter und Bobby Farrelly im Bestreben nach anspruchsvolleren Lustspielen mittlerweile einzig durchschnittliche Zeitverschwendung. Trotzdem kann sich das filmschaffende Brüderpaar mit jedem neuen Projekt unbehelligt am Büffet namhafter Hollywoodgardisten bedienen.

Die am Bauch verwachsenen Zwillingsbrüder Bob (Matt Damon, „Die Bourne Identität“) und Walt (Greg Kinnear, „Besser geht’s nicht“) betreiben in der amerikanischen Provinz eine florierende Burger-Braterei und sind darüber hinaus erfolgreiche Sportler. Ihr Dasein verlässt jedoch den Lauf geregelter Bahnen, als in Walt der Wunsch aufkeimt, in Hollywood als Schauspieler Kariere zu machen. Bob willigt ein, so dass die Brüder nach ihrem Umzug erfolglos von Casting zu Casting flanieren, bis die leibhaftige Cher Walt für die Hauptrolle einer TV-Serie besetzen lässt. Doch während die zickige Oscar-Preisträgerin ihre ganz eigenen Pläne verfolgt, scheint es für die verbundenen Zwillinge Zeit, allmählich eigene Wege zu beschreiten.

Mit der gewohnten Holzhammersensibilität streuen die Gebrüder Farrelly, neben der Regie auch für Produktion und Drehbuch verantwortlich, zu Beginn absurde bis alberne Gags über das oft komplizierte Zusammenleben der siamesischen Zwillinge ein. Bei fortschreitendem Handlungsablauf driften sie jedoch mehr und mehr auf die Schienenstränge halbgarer Tragikomik ab, bis der Film schließlich an seinem zuckersüß konstruierten Finale zu ersticken droht. Wie bereits bei ihren letzten Werken zu erkennen war, setzt sich der Trend lieblos aneinandergereihter Skurrilitäten auch bei „Unzertrennlich“ fort und verfängt gute Ansätze in einem unkontrolliert wuchernden Gestrüpp aus bemühter Ernsthaftigkeit und holprigem Klamauk.

Zwar überzeugen die Akteure, unter denen sich auch Eva Mendes („Training Day“) und Seymour Cassel („Rushmore“) finden, können der mauen und unterpointierten Regieleistung aber kaum qualitätssteigernde Schützenhilfe bieten. Da helfen auch Cameo-Auftritte von Talkmaster Jay Leno und Luke Wilson wenig. Somit ist „Stuck On You“, so der Originaltitel, nichts weiter als mittelprächtige Durchschnittskomik auf Sparflamme, die für Peter und Bobby Farrelly archetypische Freakshow ohne echte Höhepunkte. Da gab es freilich mehr zu lachen, als der mimische Klappstuhl Kevin van Hentenryck im Jahre 1983 nebst deformiertem Stop-Motion-Bruder im Weidenkörbchen in Frank Hennenlotters „Basket Case“ auf Ärztehatz ging. Doch wie in Großmutters alltäglichem Klagelied, gehören die besseren Zeiten wohl auch diesmal der Vergangenheit an.

Wertung: (5 / 10)

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