Untote wie wir (USA 2009)

untote-wie-wirEs gab Zeiten, da waren Zombies lediglich leblose, vor sich hinsiechende Kreaturen mit außerordentlichem Appetit. Wenn man heute einen Film zum Thema sieht, dann hinterlässt dieser gern einen eher amüsanten Eindruck. Ob „Shaun Of The Dead” oder „Zombieland”, die düsteren Zeiten eines Romero scheinen im neuen Jahrtausend etwas vorbei. Dem schließt sich auch der US-amerikanische Film „Untote wie wir” an (im Original: „The Revenant”) an, bei dem die beiden (untoten) Protagonisten im Stile der „Boondock Saints” die Stadt von der Kriminalität befreien.

Während eines Einsatzes kommt der US-Soldat Bart (David Anders) ums Leben. Vor allem seine Freundin Janet (Louse Griffith) und sein bester Freund Joey (Chris Wylde) können den Verlust nur schwer verdauen. Wenige Tage nach der Beisetzung klopft der auferstandene Bart plötzlich an die Tür seines Freundes. Der erste Schreck ist schnell verdaut, Probleme gibt es lediglich bei der Nahrungsmittelaufnahme. Denn auch das Leibgericht von Bart endet als braune Kotzlache auf Joeys Fußboden. Einzig menschliches Fleisch scheint er zu verkraften, die Nahrungsaufnahme beschränkt sich dabei jedoch ausschließlich auf kriminelle Mitmenschen. Das Zusammenleben funktioniert, selbst als Janet hinter die Auferstehung kommt und sogar an eine gemeinsame Zukunft mit Bart glaubt. Doch Joey verkompliziert die Lage, als auch er unfreiwillig von den Toten aufsteigt und auch die Polizei und ein paar ihrer Opfer heften sich an ihre Fersen.

Grundsätzlich stimmen die Zutaten in dem Zombie-Film von D. Kerry Prior, der hier erst seine zweite Regie-Arbeit abliefert. Sein erster Film liegt allerdings mehr als fünfzehn Jahre zurück. „Untote wie wir“ hat Humor, Untote und Blut zu bieten, also das, was solch einen Film ausmacht. Nur das alles viel zu wenig davon vorkommt. Ganz verwunderlich ist das aber aufgrund der bisherigen Vita des Kerry Prior nicht, der sich hier auch gleich noch als Produzent und Drehbuchautor versuchte. Und häufig bleibt es auch bei einem Versuch. Die Geschichte wirkt abgehackt und kommt kaum in Fahrt. Anfangs stehen die ersten Gehversuche als Untoter im Vordergrund, was später dann in eine nur leidlich amüsante Action-Sause abdriftet. Zum Schluss gibt es noch eine Art Beziehungsdrama unter Untoten. Ganz schlüssig erscheint das nicht.

Die Gags sind meist harmloser Natur, die Actionszenen bieder und nicht mal zahlreich. Nur selten kommt der Film richtig in Fahrt. Es gibt zwar ein paar Anspielungen auf andere Werke und die Sets sind schön düster, doch die Regie wirkt teilweise etwas unbeholfen. Budgetdefizite werden immer wieder sichtbar und können nur sporadisch durch Gags oder skurrile Einfälle kompensiert werden. Die Effekte dagegen sind durchaus gelungen. Allerdings hat der Film zwei kaum sympathische „Helden“ zu bieten, allen voran Chris Wylde („Space Cowboys“) nervt mit zunehmender Dauer des Films. Dieser ist mit fast zwei Stunden ohnehin viel zu lang geraten. Richtig langweilig wird es zwar nicht, doch selbst die besseren Momente bleiben kaum hängen. Ein kaum brauchbares Qualitätsmerkmal einer arg durchschnittlichen Zombie-Komödie.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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