Universal Soldier: Die Rückkehr (USA 1999)

universalsoldierreturnJean-Claude Van Damme in einer Fortsetzungsgeschichte? Bis zum Jahre 1999 hatte es das nicht gegeben. Doch nach zwei mauen TV-Ablegern des Roland Emmerich-Vehikels „Universal Soldier“ musste der Euro-Export selbst wieder ran. Mit Allen Shapiro („Schneller als der Tod“) und Craig Baumgarten („Ohne Ausweg“) waren die Produzenten des Originals mit an Bord, Regie führte Mic Rodgers. Das dieser eigentlich Stuntman ist merkt man seiner bislang einzigen Regiearbeit deutlich an. Denn im Vordergrund steht handfeste Action – da hat Handlung im Grunde nichts verloren.

Der ehemalige Universal Soldier Luc Deveraux (Van Damme) hat seine Erlebnisse als manipulierte Killermaschine gut verkraftet. Mittlerweile in Diensten der US-Regierung arbeitet Deveraux als technischer Berater an einer Verbesserung des wiederaufgenommen UniSol-Programmes. Dieses wird von Supercomputer S.E.T.H. gesteuert. Als dieser plötzlich ein eigenes Bewusstsein entwickelt und die Kontrolle über die künstlichen Soldaten übernimmt, ist Lucs schlagkräftiger Einsatz gefragt. Ihm zur Seite steht die Reporterin Erin Young (Heidi Schanz – „Virtuosity“).

Von Minute eins an setzt „Universal Soldier – Die Rückkehr“ auf Dauerfeuer. Der stumpfsinnige Krawallstreifen wirft Inhalt und Logik über Bord und suhlt sich in selbstironischer Endlosaction. Gerade die Selbstironie ist bei diesem hirnlosen Unterfangen wichtiger Bestandteil des Gesamtkunstwerkes. Denn wer würde schon einen Film ernstnehmen, in dem Jean-Claude Van Damme in permanentem Clinch mit Wrestler Bill Goldberg („Looney Tunes: Back in Action“) liegt? Comichafte Züge überlagern ballastartige Ernsthaftigkeit. Ein guter Film sieht dennoch anders aus.

Ungeachtet gravierender logischer Schwächen – allen voran im Vergleich zu Teil eins – ist Mic Rodgers Actioner wenig ergötzlich. Es rummst und zischt an allen Ecken und Enden, greifbares findet sich im Zentrum jedoch nicht. Die Darsteller verkommen zu überagilen Knallchargen. An vorderster Front rennt, schießt und tritt sich Van Damme seinen Weg durch ein banales Ballerfilmchen mit akuten Abnutzungserscheinungen. Denn spätestens nach halber Strecke der Spielzeit erschöpft sich das visuelle Bombardement in grassierender Einfallslosigkeit.

Rasant und kurzweilig auf der einen Seite, strunzdumm und beliebig auf der anderen. Zumindest für den anspruchslosen Genre-Freund ist „Universal Soldier – Die Rückkehr“ eine Offenbarung. Auf der Strecke bleiben renommierte Darsteller wie Michael Jai White („Spawn“), Xander Berkeley („Shanghai Noon”), Justin Lazard („Species II”) und Daniel von Bargen („Wehrlos – Die Tochter des Generals”). Für die Anhängerschaft Van Dammes ist dies späte wie überflüssige Sequel definitiv einen Blick wert. Nach dem Genuss des Films sollte nur nicht vergessen werden die Hirnaktivität zu überprüfen.

Wertung: (4 / 10)

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