Underworld: Aufstand der Lykaner (USA/NZ 2009)

underworld-aufstand-der-lykanerWenn die Ideen versiegen, werden in Hollywood Sequels gedreht. Oder eben Prequels, also die Vorgeschichten betreffender Filmreihen. Bei der Vampire vs. Werwolf-Saga „Underworld“ wurde früh bekannt gegeben, dass den ersten beiden Teilen ein Prolog folgen wird. Statt Len Wiseman, der sich mit der Produktion begnügte, übernahm die Regie Effekt-Designer Patrick Tatopoulos („Van Helsing“), der seiner Profession entsprechend ansehnliche Tricks und gestylte Bilder präsentiert. Nur mit hinderlichem Zierrat wie einer schlüssigen Dramaturgie oder ausgeprägten Figuren belastet er sich nicht.

Das Plus von „Underworld: Aufstand der Lykaner“ ist die Besetzung, für die auf bewährte Fachkräfte der Vorgänger zurückgegriffen wurde. Wie Bill Nighy („Tagebuch eines Skandals“), der als Vampirfürst Viktor ein tyrannisches Herrschaftssystem im mittelalterlichen Irgendwo pflegt. Dort schlägt er sich mit Werwölfen herum, die ihr Dasein als reißende Bestien in den umliegenden Wäldern fristen. Menschliche Züge sind ihnen völlig abhanden gekommen, was sich erst mit Lucian (Michael Sheen, „Frost/Nixon“) ändert, dem ersten Lykaner mit der Fähigkeit der willentlichen Verwandlung.

Mit seinem Blut schafft Viktor eine belastbare Arbeiterschaft, die für die elitäre Blutsaugergemeinschaft als Sklaven schuftet. Nur die Liebe zu Sonja (Rhona Mitra, „Doomsaday“), der Tochter seines Herren, hält Lucien von der Flucht ab. Doch die drohende Vermischung der Blutlinien zwingt Viktor zur unbarmherzigen Unterbindung der Liaison. Ein Hauch von Shakespear’scher Tragik weht über die düstere Grusel-Mär, wenn die zum Scheitern verurteilte Liebe ihrem unweigerlichen – und aus Teil zwei bereits bekannten – Ende entgegensteuert. Eben diese Vorhersehbarkeit ist es, die Tatopoulos Kinodebüt zum hohlen Stilmix aus Horror und Fantasy-Action stempelt.

Damit aber bietet der Film genau das, was das Zielpublikum erwarten durfte, nämlich eine leidlich aufregende, wenngleich optisch ansprechende Ergänzung der nicht eben komplexen Gesamtgeschichte. In hektisch fotografierten Gemetzeln hält dabei wie gehabt der Splatter Einzug und formieren sich die durchwachsen animierten CGI-Geschöpfe, womit der Schwerpunkt erwartungsgemäß auf den visuellen Reizen liegt. Dass sich der von Lucien geführte Aufstand der Lykaner als simple Variation von Robin Hood und Klassenkampf entpuppt, provoziert zwar höchstens müdes Gähnen, mindert aber nicht den moderaten Unterhaltungswert. Schlussendlich eine solide Schlachtplatte ohne jedes Gespür für dramaturgische Feinheiten.

Wertung: (5 / 10)

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