Übertøs – Shake Off (2018, Mild Nervous Collapse Records)

Musik baut Brücken. Dass diese Floskel, vorrangig bezugnehmend auf textliche Aussagen, abgeschmackt erscheint, bleibt unstrittig. Manchmal aber errichten Bands sinnbildlich Verbindungswege, um in Länder und Regionen vorzustoßen, die über spezifische Sounds und Stile verfügen. Im Falle der Norweger von ÜBERTØS bedeutet das einen inspiratorischen Abstecher in die Südstaaten der USA. Dort bedient sich das Gespann verschiedener Genre-Ausprägungen und serviert einen mit stimmigem 70’s-Stallgeruch versehenen Mix aus Rock, Americana, Country und Power-Pop. Dabei kommen momentweise auch klassische Versatzstücke von Surf und Rock’n’Roll zum Tragen.

Das wesentlichste Element ist der melancholisch-krakelige Gesang von Frontfrau Charlotte. „Night Riders“, der verstärkt in Richtung Indie-Garage strebende Auftaktsong ihres jüngsten Outputs „Shake Off“, weckt Erinnerungen an Female-Fronted-Bands wie THE JE NE SAIS QUOIS. In der Folge aber dominiert vorrangig gemächliches Tempo die instrumentale Szenerie. Beiträge wie „Hot Damn Emmylou“, „Betty Jack“ oder „Wicked Joe“ gehen gut ins Ohr, lassen insgesamt aber ein wiederkehrendes Überraschungsmoment vermissen. Die acht Tracks überzeugen grundlegend bereits, weil es aktuell wenig vergleichbare Künstler gibt. Ein untrügliches Zeichen für Begeisterungsstürme ist das aber mitnichten. Daher: Ein definitives Kann, aber kein unbedingtes Muss.

Wertung: (6,5 / 10)

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