Twin Dragons (HK 1992)

twin-dragonsAls Förderprojekt für Hongkongs Director´s Guild entstand 1992 „Twin Dragons“, eine stargespickte Verwechslungskomödie mit Kung Fu-Kasper Jackie Chan („Mission Adler“) in einer Doppelrolle. Kurz nach der Geburt wurden die Zwillinge John Ma und Boomer durch einen flüchtenden Gangster entzweit. Während Boomer bei einer trinksüchtigen Hure aufwächst und sich als Kleingauner durchs Leben schlägt, gedeiht John Ma bei den leiblichen Eltern zum Starpianisten und gefeierten Dirigenten. Doch es kommt wie es kommen muss, so dass sich die Wege der unwissenden Brüder eines Tages kreuzen.

Durch seinen Freund Tyson (Filmemacher Teddy Robin Kwan, „Die Legende der goldenen Perle“) gerät Boomer in Konflikt mit einem Gangsterboss, der den kampferprobten Recken in seine Dienste zwingt. Zeitgleich soll John Ma ein mit Spannung erwartetes Konzert leiten. Chaotische Verwicklungen sind praktisch vorprogrammiert, wenn eine Kette unglücklicher Zufälle die Plätze der Zwillinge vertauscht. Fortan bandelt der gutmütige Schläger mit Tammy (Nina Li Chi, „Tiger on the Beat“), der Verehrerin des Musikers an, während der Nachtclubsängerin Barbara (Maggie Cheung, „Heroic Trio“) becirct.

Der Humor ist gewohntermaßen infantil und nicht selten dem klassischen Slapstick entliehen. Hohes Tempo und spektakuläre Martial Arts-Eskapaden aber verleihen dem albernen Verwechselspiel, das die Wirrungen um die Identität der ungleichen Zwillinge zum Teil arg überstrapaziert, die nötige Rasanz. Jackie Chan spielt die schlag- und kunstfertige Variante des üblichen Rollenprofils mit gehörigem Charme. Überhaupt ist den Beteiligten, die auf ihre Gagen vollständig verzichteten, das Vergnügen am harmlosen Ulk sichtlich anzumerken. Gastrollen bekleiden unter anderem David Chiang („Duell ohne Gnade“), Eric Tsang („Infernal Affairs“) und Alfred Cheung („Spion wider Willen“).

Die Regisseure Tsui Hark („Zu – Warriors From the Magic Mountain“) und Ringo Lam („City on Fire“) teilten sich die Arbeit hinter der Kamera, sind sich selbstredend, wie auch die Kollegen John Woo („The Killer“), Ching Siu-Tung („A Chinese Ghost Story“) und Wong Jing („God of Gamblers“), nicht für einen Cameoauftritt zu Schade. Sie setzen auf pralle Action und übertriebene Komik. Wirklich witzig ist „Twin Dragons“ nur selten, dafür jedoch von konstantem Amüsement durchzogen. Kleine Längen sind verzeihlich, so dass der unbekümmerte Spaß seinem Benefiz-Charakter vollauf gerecht wird.

Wertung: (6 / 10)

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