Twilight – New Moon: Biss zur Mittagsstunde (USA 2009)

twilight-new-moon-biss-zur-mittagsstundeErfolg gibt einem normalerweise ja recht. Doch Erfolg bedeutet nicht zwangsläufig gute Unterhaltung. Schon der erste Teil der „Twilight“-Reihe bestach durch gepflegte Langeweile und dröge Darsteller. Viel schlimmer hätte es eigentlich nicht kommen können, doch „Twilight – New Moon“ unterbietet den belanglosen Vorgänger nochmals, trotz mehr Action und neuer Charaktere.

Vor allem in der ersten Dreiviertelstunde kann man eine gewisse komatöse Wirkung nicht leugnen. Denn in dieser Zeit bekommt der Zuschauer nichts anderes vorgesetzt, als den schmachtenden Edward (Robert Pattinson) mitsamt seiner Bella (Kristen Stewart), deren unerschütterliche Liebe angesichts der permanent betroffenen Gesichter aber nur schwer nachzuvollziehen ist. Ein blutiger Finger und der Anflug einer Katastrophe beendet die junge Liebe aber jäh, im Anschluss zieht Familie Vampir von dannen. Zurück bleibt eine trauernde Bella, die nun noch träger durchs Leben geistert als ohnehin schon.

Abhilfe schafft nach Monaten der Depression der junge Jacob (Taylor Lautner), der aber wohl nur darauf gewartet hat, seinen Astralkörper der Welt zu zeigen. Denn nachdem das Shirt einmal vom Körper gestreift wurde, sieht man ihn eigentlich nur noch oben ohne, was auf Dauer als plumper Anbiederungsversuch an die junge (weibliche) Zielgruppe gewertet werden darf. Komisch anzusehen ist das aber allemal. Doch auch er hat ein Geheimnis, denn ein Werwolf schlummert in ihm. Zudem ist er über beide Ohren in Bella verliebt. Diese trauert aber noch immer ihrem Edward nach und wagt immer gefährlichere Experimente. Als Edward dann eines Tages glaubt, Bella wäre bei einem Unfall ums Leben gekommen, will der hoffnungslos verliebte Vampir ebenfalls aus dem Leben scheiden. Endgültig versteht sich.

Schon das Nichts an Handlung aus dem Erstling überraschte. Vor allem wenn man den finanziellen Erfolg gegenüberstellt. Denn selten wurde weniger in so viel Zeit erzählt. Beim Nachfolger ist es genauso. All das hätte man auch in der Hälfte der Zeit berichten können, denn im Grunde passiert (fast) nichts. Daran konnte auch Chris Weitz nichts ändern, der den Regiestuhl von Catherine Hardwicke („Dogtown Boys“) übernahm und mit „Der goldene Kompass“ bereits allenfalls mittelmäßige Unterhaltung in einem ähnlichen Stil bot. Die neue Konstellation mit der Wolfsriege mag der Geschichte ein bisschen Schwung verleihen, doch unterm Strich wirkt das auf brav getrimmte Liebesdreieck im „Romeo und Julia“-Stil, woraus Robert Pattinson anfangs munter zitieren darf, arg gekünstelt, vorhersehbar und unfreiwillig komisch.

Die Effekte sind zahlreicher als im Vorgänger, diese lassen das Niveau eines entsprechenden Blockbusters aber vermissen. Richtig nervig wird es dagegen bei den Darstellern. Pattinson mag heuer als Teenie-Idol durchgehen, sein Spiel gleicht sich hier aber seiner Hautfarbe an. Er bleibt blass und nervt mit seinen ewigen Liebesschwüren. Kristen Stewart hat durch das begrenzte Auftreten von Pattinson mehr Spielraum, kann diesen aber nie nutzen. Sie ist einfach kein Typ dafür, einen Film alleine zu tragen und ihrem Betroffenheitsgesicht ist man nach kurzer Zeit mehr als überdrüssig. Aber der Film kann so schlecht sein, wie er will, seine Fangemeinde hat er. Vielleicht merkt die in ein paar Jahren, wie unglaublich wenig dieser Film eigentlich zu erzählen hat und wie wenig spannend dies dann noch umgesetzt wurde.

Wertung: (3,5 / 10)

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