True Justice: Blood Alley (S. 2/Ep. 3+4) (USA/CDN 2012)

truejusticebloodalleyEs wird wieder scharf geschossen auf der Mattscheibe. Denn Steven Seagal strebt nach „True Justice“, was in seinem Falle meist bedeutet, dass kriminelle Subjekte mit verbogenen Knochen und/oder einigen Kugeln im Leib die Kulissen besudeln. „Blood Alley“, zweites als Spielfilm präsentiertes Folgendoppel, hält „Vengeance is Mine“, dem brutalen Auftakt der zweiten Season, die Treue und serviert die (moralisch legitimierte) Gewalt mit einigen Härten. Zwischen der wiederum erfreulich soliden und mit guten Stunts angereicherten Action gibt es diesmal allerdings eine Menge Leerlauf zu verkraften, verlegt sich das Team um Seagals Sonderermittler Elijah Kane doch ausnahmsweise auf echte Polizeiarbeit.

Von CIA-Agent Marcus (Adrian Holmes, „Elysium“) ließ sich Kane einspannen, um den Hintermann des Attentats auf ihn und seine Truppe zu identifizieren. Der wird schlicht „The Ghost“ genannt, so auch der Untertitel der Staffel, und empfiehlt sich als Keyzer Soze auf TV-Niveau. Im Bunde ist der große Unbekannte mit Terroristen, Kriegsverbrechern und Gangstersyndikaten. In seinen Dunstkreis fallen auch chinesische Organhändler, die junge Frauen verschleppen und mit Hilfe des finstren Dr. Zee (Ian Tracey, „Continuum“) ausschlachten. Als in Vancouver verstreute Gliedmaßen angeschwemmt werden, machen sich Kane und Gefolge daran, den Unmenschen das Handwerk zu legen.

Die von Wayne Rose („Battlestar Galactica“) abgedrehten Episoden sind passabel, lassen aber besonders in Hälfte eins das nötige Tempo vermissen. Eine Spur krawalliger wird es erst, als ein russischer Killer in Seattle Kanes auf eigenen Wunsch aus dem Dienst geschiedenen Kollegen Mason (William ‚Big Sleeps’ Stewart, „The L.A. Complex“) ausknipst. Seagal bleibt ob der Nachricht so regungslos wie ein Stillleben, erwacht aber rechtzeitig aus dem Wachkoma, um Dr. Zee zu zerlegen und die Organhändler mit großkalibrigem Scharfschützengewehr auszumerzen. An Verhaftungen besteht offenbar kein Interesse mehr, so dass der bewährte Selbstjustiz-Charme der Charles Bronson-Ära beständig mitschwingt.

Das Niveau bleibt überschaubar, überragt dank ruppigem Ausklang aber immer noch das Gros der in Staffel eins aufgetischten Verwicklungen. Dennoch gibt sich „Blood Alley“ insgesamt ereignisarm und die von Blitzen begleiteten schnellen Schnitte bei Szenenübergängen entwickeln im Zusammenspiel mit (gemessen an den Doppelfolgen) unnötigen Rückblenden erhöhtes Nervpotenzial. Lachhaft wird es zudem immer dann, wenn Seagals stoischer Wanst Kane mit Marcus’ junger Hackerin Finch (Tanaya Beatty, „Arctic Air“) flirtet. Daneben menscheln auch die neuen im Team, wobei Johnny Garcia (Jesse Hutch, „Arrow“) das Interesse von Sarah (Sarah Lind, „Swarm“) weckt. Viel ist das unterm Strich nicht. Aber die Show muss weitergehen – wenn auch diesmal immerhin mit verbindendem Handlungsfaden.

Wertung: (4 / 10)

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