Trucks – Out of Control (USA 1997)

trucks-out-of-controlAls wäre „Rhea M“ nicht Warnung genug gewesen. Elf Jahre, nachdem Stephen King seine eigene Kurzgeschichte „Trucks“ mit Volldampf vor die Leinwand gefahren hatte, wurde für den Videomarkt unter dem originären Titel – Kings Film hieß im amerikanischen „Maximum Overdrive“ – eine Neufassung produziert. Mit mehr Rücksicht auf das endzeitliche Stimmungsbild, dafür jedoch weit weniger Budget. Gut, für ein bisserl Splatter und ein paar Explosionen langte das Geld, mehr als ein durchschnittliches B-Picture kam unter Führung des erprobten TV-Regisseurs Chris Thomson („Flipper“) aber nicht heraus.

Seine Version gibt sich in der Ausweglosigkeit werkgetreuer und weist doch viele Parallelen zum ersten Film auf, was nicht eben Gutes verheißt. Besonders die reißbretthaften, immerhin aber nicht krampfhaft auf Coolness gebürsteten Figuren scheitern daran, dem simplifizierten Grauen der King´schen Short Story Leben einzuhauchen. Also bleibt nur PS-starke Amok-Action, bei der wiederum eine Handvoll Menschen – u.a. Brenda Bakke („Alarmstufe: Rot 2“) und Timothy Busfield („Strays – Blutige Krallen“) – an der Raststätte von aggressiven Lkw belagert wird, die sich durch ein rätselhaftes Phänomen aus dem Joch menschlicher Herrschaft befreit haben.

Auf die bei King thematisierte Rebellion der Elektrogeräte wird verzichtet und das Augenmerk nur auf Fahrzeuge gerichtet. In einer der auffälligsten und zugleich lachhaftesten Szenen kommt selbst eine ferngesteuerte Miniausgabe zum Einsatz und plättet sich einen ahnungslosen Postmann. Der wird erst zu Boden geschubst und mit der Plastikfront so lange traktiert, bis Teile des Kleinhirns das teuflische Spielzeug besudeln. Überhaupt wird die makabre Gewalt in ihrem partiellen Aufkommen mit sichtlichem Genuss zelebriert, was der Kurzweil im Sinne anspruchsloser Berieselung durchaus gerecht wird.

Ansonsten aber gibt es wenig Erinnerungswürdiges, wenn dem unabdingbaren finalen Fluchtversuch zwischenmenschliche Beziehungsregungen und die Tilgung verzichtbarer Nebenfiguren voranschreiten. Die Dialoge sind frei von Belang, dafür aber mit einer guten Portion Küchenpsychologie. Beispielsweise heißt es: „Es gibt immer eine Menge psychischer Energien an Orten großer Leere“. Ist klar geworden. Die Schlusspointe schließlich gibt sich hübsch grimmig und bescheinigt auch den Überlebenden nicht die besten Zukunftsaussichten. Wirklich überzeugend ist der Streifen nicht, immerhin aber dem Geist der Geschichte verbundener als Kings Filmversion.

Wertung: (4 / 10)

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