Trapped – Doberman Patrol (USA 1973)

doberman-patrolSo kann’s im Leben gehen: Eben noch stritt sich Charles Brenner (James Brolin, „Westworld“) mit Ex-Gattin Elaine (Susan Clark, „Airport ´75“) im Kaufhaus um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter, wenig später schon kämpft er gegen eine Meute angriffslustiger Wachhunde ums Überleben. Wie es dazu kommt? Bevor Elaine mit dem neuen Ehemann David (Earl Holliman, „Die vier Söhne der Katie Elder“) nach Mexiko verschwinden kann, will sich Charles mit einer Puppe von seinem Kind verabschieden. Auf die jedoch muss er warten und wird, als er das begehrte Spielzeug endlich ausgehändigt bekommt, von zwei Strolchen auf der Toilette überfallen.

Als er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, ist das Warenhaus bereits geschlossen. Und weil „Trapped“, alternativ auch „Doberman Patrol“ oder „In der Falle – Angriff der Killerhunde“ betitelt, ein Produkt der Neunzehnsiebziger ist, kann Charles nicht durch überlegene Mobiltelefontechnik auf sich aufmerksam machen. Noch benommen von der Attacke sucht er nach einem Ausweg und wird bald von den nach Ladenschluss als Sicherheitskräfte eingesetzten Kampfhunden bedrängt. Die wurden von Männern in schwerer Schutzmontur an die vorgesehenen Einsatzgebiete gebracht und bewachen zähnefletschend Treppenaufgänge und Verkaufsetagen.

Die Ausgangssituation verheißt Spannung. Ein Mann auf beengtem Raum, erst angeschlagen, dann angefallen, erwehrt sich einer Meute vierbeiniger Kampfmaschinen. Intelligenz gegen Instinkt, taktisches Vermögen gegen pure Aggression. Doch der von Frank De Felitta („Die Nacht der Vogelscheuche“) gediegen inszenierte Fernsehfilm bleibt als simpler Thriller hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wenn es nur für eine Nacht ist, warum versteckt sich Charles nicht einfach in einem der unverschlossenen Büroräume? Für sein von scharfen Zähnen lädiertes Bein, das fortlaufend unnatürlich rotes Blut verliert, sind die lebensbedrohenden Wagnisse sicher nicht vonnöten.

Auch schauspielerisch weiß der Film nicht zwingend zu überzeugen. Während die stets bellenden Kläffer mit ihren blitzenden Reißzähnen Wirkung zeigen, schrammt der in jedem Augenblick der Ruhe mit aufgerissenen Augen in sich zusammensackende Brolin nur haarscharf am Overacting vorbei. Um seinen Überlebenskampf dramaturgisch zu bereichern, machen sich die um seinen Verbleib sorgenden David und Elaine auf die Suche nach ihm, klappern Bars ab (die erste Ehe ging nicht ohne Grund in die Brüche) und werden schließlich bei der Polizei vorstellig. Die Erzählweise ist durchaus gerafft, nur hätte De Felitta die Spannungsmomente einfach intensiver auskosten dürfen. Ein nicht eben herausragender TV-Thriller, der für Fans altmodischer Unterhaltung aber noch immer seinen Reiz erhält.

Wertung: (5 / 10)

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