Transformers 4: Ära des Untergangs (USA 2014)

transformers-4„A new era has begun. The age of the Transformers is over…“ – Frommer Wunsch für Geheimdienst und Publikum: Attinger

Der Erfolg gibt Michael Bay recht. Auch bei „Transformers 4“, der in Amerika bereits am Startwochenende die Marke von 100 Millionen eingespielten Dollar knackte. Seine auf Hasbros Spielzeugserie basierende Filmreihe entpuppt sich damit abermals als Selbstläufer. Nur muss die Frage erlaubt sein, wie lange das Publikum diese Art Sommerblockbuster noch zu honorieren bereit ist. Denn „Ära des Untergangs“, wie der Streifen im Subtitel benannt ist, potenziert die Schwächen der Vorgänger und gerät so zum bisweilen ärgerlich flachen Reißbrett-Familienfilm. Doch die Show muss weitergehen. Einmal mehr um jeden Preis.

Trotz einer direkten Fortsetzung bildet Part vier den Auftakt einer neuen Trilogie. Den Posten des Hauptdarstellers bekleidet Mark Wahlberg (spielte unter Bay auch in „Pain and Gain“), der als alleinerziehender Vater und notorisch vor dem Bankrott stehender Erfinder Cade Yeager automatisch sämtliche Außenseitersympathien auf seiner Seite weiß. Für wenig Geld ersteht er das Wrack eines Trucks, der sich bald als Transformers-Anführer Optimus Prime entpuppt. Wie seine verbliebenen Blechkameraden hält er sich versteckt, bläst Geheimdienstler Harold Attinger („Frasier“-Star Kelsey Grammer) doch zur Ausrottung der Autobots. Die werden seit ihrer jüngsten Rettungsaktion der Menschheit als steter Gefahrquell erachtet und rigoros ausgemerzt.

Dass Attinger dabei auf die Hilfe anderer außerirdischer Metallriesen setzt, sorgt natürlich für neuerliches Konfliktpotenzial. Mit Hilfe des Industriellen Joshua Joyce (Stanley Tucci, „Die Tribute von Panem“) schafft er eigene Transformers, die jedoch mit Informationen aus dem Körper von Optimus’ besiegtem Erzfeind Megatron gefüttert werden. Dass diesem damit zu einer unbeabsichtigten Wiederbelebung verholfen wird, spielt aber (vermutlich) erst im Folgeteil eine Rolle. Denn vorangestellt gilt es für die Autobots – warum eigentlich ist einer der Roboter aus dem Weltall ein in japanischen Kulturriten behafteter Samurai? – sowie Cade, Teenagertochter Tessa (Nicola Peltz, „Bates Motel“) und ihren Freund Shane (Jack Reynor, „What Richard Did“), dem Zugriff Attingers zu entkommen und zugleich dessen Pläne zu durchkreuzen.

Natürlich bleibt dabei kaum ein Stein auf dem anderen. Wir sprechen schließlich über einen Film von Michael Bay, da wäre alles andere als eine groß angelegte Zerstörungsorgie schon eine faustdicke Überraschung. Aber so imposant die Computertricks auch gefertigt sein mögen, der sublimierten Materialschlacht des direkten Vorgängers können die Schauwerte schwerlich das Wasser reichen. Somit lassen sich die schier allgegenwärtigen Schwachpunkte im vierten Aufguss einfach nicht mehr wegdiskutieren. Selbstredend ist die Story nur Nebensache. Trotzdem ist Autor Ehren Kruger („Scream 3“) mehr denn je bemüht, die Banalität des Konzeptes in Richtung eines großen Epos zu beugen. Damit einher gehen unweigerlich Längen, die die fast zweieinhalbstündige Science-Fiction-Fantasy immer wieder aus dem Tritt bringen.

Geradewegs lästig ist das kalkulierte Pathos, dem Bay und Produzent Steven Spielberg über Gegenlicht im Sonnenuntergang und großzügig wehende US-Flaggen Ausdruck verleiht. Das Product Placement wirkt aufdringlicher denn je und die aus jedem Filmmeter triefenden Klischees machen „Transformers 4“ mitunter zur echten Geduldsprobe. Darstellerisch gibt es kaum Grund zur Klage, einzig Jack Reynor bleibt an Ausdruckslosigkeit kaum zu überbieten. Das wäre alles halb so wild, würde wenigstens der Humor funktionieren. Doch gerade der wirkt hilflos in die verkitschte Szenerie gekleistert. Spaß kommt da nur begrenzt auf. Außer natürlich, man kann sich an der Absurdität erfreuen, dass LKW Optimus am Ende auf einem Dinosaurier-Transformer (oder im Fachjargon Dinobot) reitet. Ein insgesamt unbefriedigendes Kinospektakel, gegen das „Transformers 2“ fast wie ein richtig guter Film wirkt.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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