Tommy Gun – Of Roots and Trees (2014, Flix Records)

tommy-gun-of-roots-and-treesEs gibt deutlich schlechtere Bezugsquellen für Bandnamen als Songtitel der legendären THE CLASH. Nur sollten diese nicht gleich als Hypothek, sondern eher als grundlegendes Wurzelwerk verstanden werden. Denn soundtechnisch verbindet TOMMY GUN aus Österreich mit den britischen Pionieren vorrangig die Zuordnung unter der Überschrift des Punk. Das aber genügt völlig, denn Namen sind bekanntlich Schall und Rauch – und sollten überdies nicht zum zentralen Diskussionspunkt von Plattenbegutachtungen erhoben werden.

Also geschwind „Of Roots and Trees“ eingelegt und das Wesentliche ins Auge (und mehr noch das Ohr) gefasst, nämlich die Musik. Und die hat es durchaus in sich. Das zweite Album des Fünfers macht vom Start weg Eindruck. Grundlegend geboten wird melodischer Punk mit dezent durchscheinender Hardcore-Klemme sowie manch rockigem Zwischenton. Das Tempo ist weitgehend angezogen, wird durch Passagen kurzzeitigen Innehaltens (hier kommt der Rock-Einschlag zum Tragen) aber hübsch variabel gehalten.

Ständige Chöre und mehrstimmige Gesangsstrecken – beim balladesken „Breaking Me“ auch mit weiblicher Begleitung – sorgen zudem für beständigen Gefälligkeitsfaktor. Scheibe und Band erinnern bisweilen an eine Mischung aus STRUNG OUT und (den späten) VENEREA, wobei die Liste ähnlich gestrickter (vor allem europäischer) Combos lang ist. Zum Nachteil gerät dies TOMMY GUN aber nicht, weil sie das nötige Quantum Eigenleistung in die Waagschale werfen und mit Tracks wie „Off By Heart“ oder „Hope is Gone“ grundlegendes Hitpotenzial bereithalten. Da gibt es nix zu meckern.

Wertung: (7 / 10)

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