Tödliches Vertrauen (USA 2001)

toedliches-vertrauen-2001Der eingefleischte Scientologe John Travolta hat in den letzten Jahren viel filmischen Schmuch unters Volk gebracht. Als absoluter Tiefpunkt kann da sicherlich „Battlefield Earth“ bezeichnet werden. Den allmählichen Abstieg in die Beliebigkeit markiert auch der von Harold Becker („Das Mercury Puzzle”) gedrehte „Tödliches Vertrauen“, in dem Travolta den treu sorgenden Vater Frank gibt, der zu seiner Ex-Frau Susan (Teri Polo) ein gutes Verhältnis pflegt und dadurch seinen über alles geliebten Sohn Danny (Matt O‘Leary) regelmäßig sehen kann.

Alles ändert sich, als Susan den undurchsichtigen Rick Barnes (Vince Vaughn) ehelichen möchte. Danny kann Rick alles andere als akzeptieren und auch Frank bekommt erste Zweifel, als bei der Hochzeit Ricks alter Bekannter Ray (Steve Buscemi) auftaucht, der Frank nicht ganz geheuer ist. Tatsächlich haben Rick und Ray vor einigen Jahren krumme Dinger gedreht und nun möchte Ray seinen Anteil einholen. Rick ist allerdings nicht daran gelegen, das Geld auszuzahlen, sondern in seiner Ziegelei beseitigt er den ungebetenen Gast kurzerhand, wird dabei aber von Danny beobachtet.

Nur wird dem bei der Polizei kein Glauben geschenkt, die Sache vielmehr als Kampagne gegen den Stiefvater ausgelegt. Einzig Frank glaubt seinem Sohn, der fortan von Rick unter Druck gesetzt wird. Frank beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und kommt nach und nach der wahren Geschichte auf die Spur. Das Cover verspricht großspurig den „Inbegriff des Thrillers“. Markante Worte vom Verleih, um ahnungslosen Mitbürgern das schwer verdiente Geld aus den Taschen zu saugen. Denn natürlich ist auch „Tödliches Vertrauen“ alles andere, als es uns der Klappentext weismachen will.

Zwar steht dem Film mit John Travolta ein ordentlich und glaubwürdig agierender Hauptdarsteller zur Verfügung, doch das war es dann auch schon. Endlich mal wieder zeigt Travolta, dass er auch zu mehr als schlechten Rollen, die es in den letzten Jahren zur Genüge gab, befähigt ist. Vince Vaughn („The Cell“) hat im direkten Vergleich keine Chance, dafür ist seine Rolle aber auch zu seltsam ausgerichtet. Zum einen hat er offenkundig von seiner kriminellen Vergangenheit Abstand genommen, während er plötzlich einen Mord begeht und zum Psycho mutiert, obwohl er auch völlig ungeschoren aus der ganzen Geschichte herausgekommen wäre.

Die Spannungskurve ist meist so flach wie die Niederlande und phasenweise könnte man es auch mit einem besseren TV-Thriller zu tun haben. Der Film kommt erst gegen Ende etwas in Fahrt, zuvor verkommt die ganze Sache fast zu einem Drama, in dem es eher um familiäre Probleme und Sorgerechtsstreitigkeiten geht. Mehr als ein 08/15-Thriller für Leute mit schwachen Nerven bleibt letztlich nicht. Alle anderen können getrost wegdösen.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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