Time to Live / Angstbreaker – Split (2013, PCS Records/Aorte Records)

timetoliveangstbreakersplitSplit-Releases sind vor allem für kleine Bands ein ausgezeichnetes Pflaster, sich zu präsentieren. Die dabei aktivierten Synergien – im DIY-Bereich vor allem Kostenteilung und gegenseitige Publikumserweiterung – erfüllen aber auch noch einen anderen Zweck: Sie unterstreichen den Zusammenhalt dieser oder jener Szene. In Zeiten schier allgegenwärtiger Kommerzialisierung eine durchaus (ge)wichtige Tugend. Diese pflegen auch TIME TO LIVE und ANGSTBREAKER, die sich auf einer gemeinsamen Scheibe verewigt haben.

Die Hälfte der 10 Songs gehört TIME TO LIVE. Die Combo aus Kiew bietet, anders als von PCS Records gewohnt, keinen reinrassigen Hardcore, sondern melodiebewussten Punk alter Schule. Der gibt sich schnörkellos, mit sägenden Bassläufen, halbgesprochenem Gesang und Anleihen beim Drunk-Rock von Bands wie THE HUMPERS. Das ihren Part beschließende „Personality Suicide“ erinnert gar an die frühen BOUNCING SOULS. Das genügt, wenn schon nicht für überschwängliche Jubelstürme, so doch für grundsolide Beschallung im mittleren Drehzahlbereich.

Mehr nach unten treten das Gaspedal ANGSTBREAKER aus Leipzig, die hymnisch angehauchten Hardcore mit punkigem Drall präsentieren. Dies bewährte Nebeneinander sorgt dank schmissigem Schrammelsound, zweistimmigem Gesang (das kompromisslose Plärrorgan klingt schwer nach Ex-FARMER’S BLVD.-Shouter Haschek) und kämpferischen Chören Lust auf mehr. Und weil auch das Umschalten von Härtegrad und Tempo gut funktioniert, sind die Eindrücke doch insgesamt ein wenig bleibender als bei TIME TO LIVE. Unterm Strich aber liefern beide Bands hörenswerte Visitenkarten ab. Da kann ruhig mehr kommen.

Wertung: (6,5 / 10)

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