Tilt – `Til It Kills (1995, Fat Wreck)

tilt-til-it-killsIn den ersten Jahren von Fat Wreck nahm Labelvorsteher Fat Mike eine ganze Riege an Bands auf, die der kalifornischen Kult-Plattenschmiede ewig – oder zumindest bis zu ihrer Auflösung – erhalten bleiben sollten. Eine davon ist TILT, die bis heute zu den populärsten Female-Fronted-Combos der amerikanischen Punk-Szene zählt. Dass der Vierer um Sängerin Cinder Block getrennte Wege ging, änderte daran wenig. Das Signing bei Fat erfolgte kurz nach der Vorstellung ihres 1993 via Hopeless vorgelegten ersten Albums „Play Cell“. Dem folgte mit „‘Til It Kills“ ein Zweitwerk, das die Formel des Erstlings bestenfalls vage variiert und schnörkellosen, unterschwellig Rock ‘n Roll-beeinflussten Punk-Rock bietet. Das ist sicher nicht die schlechteste Ausgangssituation, bringt hier aber den gefälligkeitsmindernden Faktor erhöhten Gleichklangs mit sich.

Beim starken Opener „Libel“, der gemeinhin als bester Song der Kalifornier gehandelt wird, stehen die Zeichen noch auf Sturm. Doch im Laufe der 14 Tracks schleicht sich – gerade beim Gitarrenspiel – immer wieder Monotonie ein, was angesichts der meist um die zwei Minuten rangierenden Liedlängen durchaus eine (wenig rühmliche) Leistung ist. TILT Ideenlosigkeit zu unterstellen, wäre sicher unfair, nur können auch starke Beiträge wie „Unravel“, „Windowsill“, „Land of Fragments“ oder das balladeske Finale „Berkeley Pier“ (dem als Hidden Track noch ein kurzer Abstecher Richtung Rap folgt) nicht darüber hinwegtäuschen, dass Fat Wreck Mitte der Neunziger schlicht deutlich bessere Kapellen zu bieten hatte. So bleibt es bei einer beliebigen bis guten Platte, die sich durch manch schicke Melodie und Cinders leidenschaftlichen, unterschwellig angemessen rauen Gesang aber souverän über die Ziellinie rettet.

Wertung: (6,5 / 10)

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