Thrice – To Be Everywhere Is to Be Nowhere (2016, Vagrant Records)

thrice-to-be-everywhere-is-to-be-nowhereWenn man THRICE eines nicht vorwerfen kann, dann ist es ein Mangel an Abwechslung. Im Laufe ihres Werdegangs haben die Kalifornier fortwährend an ihrem Stil gefeilt und sich dabei Stück für Stück vom Post-Hardcore früherer Tage entfernt. Bei „To Be Everywhere Is to Be Nowhere“, ihrem ersten Album nach der fast vierjährigen Auszeit, mündet das in Alternative-Rock mit Parallelen zu den FOO FIGHTERS oder AUDIOSLAVE. Das führt, wie bereits das Finale des Openers „Hurricane“ offenbart, zu beeindruckend dicken Soundwällen.

THRICE und Stadion-Rock? Ein wenig Arena-Feeling durfte in der Vergangenheit – insbesondere bei „The Artist and the Ambulance“ – schon mal aufkommen. Woran es hier mangelt, ist jedoch greifbares Hitpotenzial. Die Platte wirkt angenehm bodenständig und verbleibt auf einer atmosphärisch konstanten Ebene, die Anerkennung forciert. Wenn auch ohne daran geknüpfte Begeisterungsstürme. Zumindest fast. Denn mit „Blood in the Streets“ und insbesondere „Black Honey“ offeriert das Gespann Nummern, die im Ohr verweilen. Hinzu kommen kritische Texte, etwa bei „Whistleblower“ oder dem nach hinten raus wuchtigen „Death From Above“.

THRICE beweisen auch im Segment des Tiefton-Rocks fraglos Geschick. Nicht durchweg, wie etwa das beliebige „Wake Up“ zeigt, aber doch über weite Strecken. Nur veranschlagt „To Be Everywhere Is to Be Nowhere“ Zeit zur Entfaltung. Das ist bei vielen Bands so, die ihre Hörerschaft fordern und auf eine Reise einladen wollen, die über das gewohnte Spektrum hinausreicht. In diesem Falle bleibt allerdings fraglich, ob die (alten) Fans bereit sind, die erforderliche Geduld aufzubringen.

Wertung: (6,5 / 10)

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