Thrash Em Down – Decline of Fraternity (2016, DIY)

thrash-em-down-decline-of-fraternityMetal goes DIY. Das mag nicht zwingend überraschen und erscheint doch zumindest ungewöhnlich. Denn das oft komplexe Klanggefüge des Genres wirkt auf den ersten Blick nicht zwingend mit der gern schnoddrigen und insgesamt unvollkommenen Welt des eigenproduzierten Krawalls vereinbar. Vom Gegenteil überzeugen THRASH EM DOWN, deren zweite EP „Decline of Fraternity“ beide Welten mit einigem Geschick aufeinanderprallen lässt.

Der Opener „Resurrection“ entwickelt, ausgehend von satten Riffs, einen schicken Vorwärtsdrang mit groovender Basis. Dazu wird gepflegt gebrüllt. Wir bewegen uns schließlich im Thrash und nicht im Power-Metal! Nach dem in Sachen Tempo variablen „Death in Glory“, das die eingangs eingeschlagene Richtung konstant hält, bildet „Insane“ den  Höhepunkt der EP. Dem groovenden Mid-Tempo-Vorlauf folgt spielfreudiges Drum-Gehäcksel mit wohligen Geschwindigkeitsspitzen und abwechslungsreicher Instrumentierung. Nur die eingestreuten Growls wirken ein wenig deplatziert.

Kontrastprogramm bietet das abschließende „Heavy Rain“, das sich über 11 (!) Minuten im Geiste des Doom vorwärtsschleppt und das Quartett von einer anderen, darüber aber nicht weniger überzeugenden Seite zeigt. Verhaltener Songaufbau und monoton-mäanderndes Riffing halten die Metal-Mähnen in Bewegung. Ein gelungenes Experiment, das „Decline of Fraternity“ stimmungsvoll abrundet. Wenn jetzt noch das Soundgewand einen insgesamt satteren Anstrich erhält, sollten sich die Magdeburger schnell größeres Gehör verschaffen können. An Qualität mangelt es jedenfalls nicht.

Wertung: (6,5 / 10)

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