The Wonder Years – Suburbia: I’ve Given You All and Now I’m Nothing (2011, Hopeless Records)

the-wonder-years-suburbiaDer Pop-Punk gehört zum Sommergefühl wie Eiscreme und Mückenstich. Das Problem ist nur, dass die Erben von Vorpreschern wie BLINK 182 oder NEW FOUND GLORY meist steril überproduziert klingen und/oder vor hitschielender Klebrigkeit schnell Magenschmerzen verursachen. Eine wohlige Ausnahme sind da THE WONDER YEARS, die das Rad zwar auch nicht neu erfinden, dafür aber unter standesgemäßer Verbauung sämtlicher Klischees eher die punktierte Rotzigkeit wiederentdecken. So erinnert das Drittwerk der Burschen aus Philadelphia denn auch mehr an MIDTOWN als ALL TIME LOW. Aufregend finden muss man das sicher nicht. Aber hochsympathisch ist diese Rückbesinnung auf alte Stärken allemal.

Zumal das Tempo auf „Suburbia: I’ve Given You All and Now I’m Nothing“ erfreulich angezogen daherkommt und im Wechselspiel mit seichten Passagen die sträflich vermisste Ruppigkeit des Punk wieder in den Vordergrund stellt. Das führt ungeachtet balladesker Nummern wie dem kaum eine Minute langen „Suburbia“ zu amtlichen Hits der Güteklasse „Woke Up Older“ oder „You Made Me Want to Be a Saint“. Diesem Charakter entsprechen auch der nicht partout auf klinischen Gleichklang setzende Gesang sowie die gelungenen Texte, die dem üblichen Herzschmerz- und Teenie-Trara (wie ihn auch die Hopeless-Labelmates von YELLOWCARD unlängst noch vorlebten) weitgehend abschwören. „Suburbia…“ ist damit beileibe kein Wunderwerk, präsentiert aber endlich mal wieder Pop-Punk mit Arsch in der Hose. Und der dürfte auch noch wunderbar funktionieren, wenn sich der Sommer längst verzogen hat.

Wertung: (7 / 10)

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