The Weakerthans – Reconstruction Site (2003, Epitaph Records)

the-weakerthans-reconstruction-siteWunderbar altbacken ist ihre Art der musikalischen Entfaltung, ohne je an festgefahrenen Hauptsächlichkeiten anzuecken oder selbige nebst zugehörigen Abzweigungen gar in ihr Schaffen zu integrieren. Ja, die Rede ist von den WEAKERTHANS, jenen irgendwo zwischen Folk, Pop, Rock und Punk zu Werke gehenden Recken aus dem malerisch-industrialisierten Landstrich Winnipeg in Kanada. „Reconstruction Site” ist der Name ihres dritten Albums, nun aufgelegt über Epitaph, welches befangen in beinahe einzigartiger Poesie schwelgerisch und einladend taumelt zwischen einem morgendlichen Ponyausritt in der sommerlichen Idylle des bajuvarischen Hochlandes und strikt erdverbundenem Realismus im Hinblick auf die überwiegend verschwimmenden Existenzen der Spezies Mensch.

So fällt es denn auch sichtlich schwer, die Band um den einstigen PROPAGANDHI-Bassisten John K. Samson nicht zu mögen; eine Band, die auf solch bittersüße Art und Weise unaufdringliche, fast fragile Melodien in die Geister ihrer Hörerschaft haucht und über die Dauer von 14 Songs beständige Weisheiten über Leben und Liebe, Vergänglichkeit und Tod zum besten gibt. Doch ist diese wunderbare Platte lediglich so lange vergänglich, bis erneut die Play-Taste am CD-Player betätigt wird und uns erneut Teil haben lässt an den tiefsinnigen, oftmals von einer gehörigen Prise Selbstironie begleitenden Gedankengängen des mit einem hervorstechend-quakenden Organ angenehmen Wirkens ausgestatteten Frontmannes. Der versteht es durch seine Stücke wie kaum ein zweiter, im Angesicht tiefschürfender Melancholie solche Zuversicht und lebensbejahenden Frohsinn auszustrahlen. Dieses Album als kleines Meisterwerk zu deklarieren, geschieht somit ohne jedgliche Übertreibung als logische Folge des zauberhaften Wirkens von „Reconstruction Site”, der endgültigen kreativen Entfaltung der WEAKERTHANS.

Wertung: 9 out of 10 stars (9 / 10)

 

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