The Way of the Gun (USA 2000)

wayofthegunDer Weg der beiden Verbrecher Parker (Ryan Phillippe, „Eiskalte Engel”) und Longbaugh (Benicio Del Toro, „Traffic”) ist ein denkbar einfacher: „The Way of the Gun”. Er verläuft nur geradeaus, ohne Kompromisse, ohne Entschuldigungen, dafür voller Brutalität. Gangster sein bedeutet für diese modernen Desperados lediglich, sich für eine Seite entschieden zu haben. Als die beiden kurzerhand die hochschwangere Robin (Juliette Lewis, „Natural Born Killers”) entführen, die als Leihmutter eines reichen Ehepaares fungiert, ahnen sie nicht, dass der genarrte „Vater” (Scott Wilson, „Dead Man Walking”) selbst gute Kontakte zu dubiosen Kreisen pflegt. Dies hat zur Folge, dass sich schon bald darauf Berufsmörder Sarno (James Caan, „Der Pate”) an ihre Fersen heftet.

Von der ersten Minute des Films an wird klar, auf welch masochistische Art und Weise das Verhalten der Outlaws von Selbstzerstörung geprägt ist. Obwohl die Entführung alles andere als glatt verläuft, wird ein letzter Strohhalm, die Angelegenheit ohne Blutvergießen zu beenden, in den Wind geschlagen. So scheint es schon bald Gewissheit zu sein, dass der „Way of the Gun” seinen Tribut fordert. Dabei präsentiert Regisseur Christopher McQuarrie (für sein Skript zu Bryan Singers „Die üblichen Verdächtigen” 1997 mit dem Oscar ausgezeichnet) hier einen für Hollywood-Maßstäbe untypischen Thriller. Ungewöhnlich allein ist schon die Zeit, die sich McQuarrie für die Charakterzeichnungen seiner Protagonisten nimmt, ohne dabei in Langatmigkeit abzudriften.

Mit knapp 115 Minuten Länge für Genretypische Werke fast schon zu üppig, kommt der Film mit erstaunlich wenigen Actionsequenzen aus. Und auch diese, mal abgesehen vom Showdown in einem mexikanischen Bordell, der wie eine Mini-Ausgabe des Peckinpah’schen „The Wild Bunch”-Finales wirkt, sind alles andere als konventionell inszeniert. Dass der Streifen trotzdem nicht langweilig erscheint, ist vor allem den guten Darstellern anzurechnen. So glänzen allen voran Phillippe Del Toro als sympathische Ganoven. So ist „The Way of the Gun”, nicht zuletzt wegen des unterschwellig sarkastischen Humors für Fans von unkonventionellen Thrillern eine klare Empfehlung.  Allerdings taugt die miese deutsche Synchronisation herzlich wenig.

Wertung: 6.5 out of 10 stars (6,5 / 10)

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