The Unborn (USA 2009)

the-unbornJumby wants to be born now.

Böse Zwillinge haben in Thriller und Horrorfilm eine lange Tradition. Selbst die ungeborenen, wie schon die Stephen King-Adaption „Stark“ zeigte. Vor diesem Hintergrund hat der zeitgenössische Mystery-Grusel „The Unborn“ nur eine qualitätslose Variation hinreichend dargelegter Spannungsformeln zu bieten.

Zu verantworten hat diese Ausgeburt der Nichtigkeit David S. Goyer („Blade: Trinity), der es, das bewiesen die Drehbücher zu „Dark City“ oder „The Dark Knight“, doch eigentlich so viel besser kann. Hier spinnt er abstruses Geistergarn um Studentin Casey (Odette Yustman, „Cloverfield“), die in Alpträumen und Visionen von maskierten Hunden, verscharrten Föten und einem bleichen Jungen heimgesucht wird. Der, so scheint es, ist ihr im Mutterleib verschiedener Zwillingsbruder.

Bevor es im weiterten Verlauf aber ganz anders kommt und die familiären Kellerleichen bis Auschwitz reichen, wird ordentlich okkulte Spuksuppe aufgekocht. Bereits die Einleitung, eine für die eigentliche Handlung irrelevante Verkettung mysteriöser Vorzeichen, will nichts anderes als die Atmosphäre anheizen. Verwerflich ist das mitnichten, aber es offenbart schon frühzeitig das Kalkül eines Nervenzerrers, der die Wirkung der Bilder über die Ausgewogenheit von Plot und Charakteren hebt.

Doch bedauerlicherweise bleiben auch die Schrecksekunden so blass wie die Darsteller. Goyer würfelt ohne Zusammenhalt Entwürfe oberflächlichen Terrors durcheinander und bedient wo irgend möglich die Gepflogenheiten des J-Horrors. Allerdings kann sich der Kopf des auf allen Vieren durch den Altenstift tobenden Greises drehen, bis er Funken schlägt, über schrecklich dünnhäutigen Thrill und pure Ideenlosigkeit reicht „The Unborn“ in keiner Minute hinaus.

Als der Dybbuk, eine Art hebräischer Dämon mit Hang zur körperlichen Besessenheit, erste Tote fordert, schreiten Rabbi Gary Oldman („Batman Begins“) und der in Exorzismus bewanderte Priester Idris Elba („The Wire“) zur Rettung des Tages. Doch ist der unsäglich öde Mummenschanz bis dahin längst von allen guten Geistern verlassen.

Wertung: (3 / 10)

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