The Ultimate Warrior (USA 1975)

the-ultimate-warrior„They want me to perform.“ – Die Zelebration eines Totschlägers: Carson

New York 2012. Das Stadtbild ist verwüstet, die Twin Towers stehen noch. Der Science Fiction-Film kann schließlich nicht alles weissagen. In dieser Tristesse hat Carson (Yul Brynner, „Die glorreichen Sieben“) tagelang ausgeharrt. Ohne Hemd, ohne Bewegung. Das macht Eindruck. Die Gangs des Distrikts versuchen ihn anzuwerben. Erfolglos. Erst der honore Max von Sydow („Das siebente Siegel“) hat als Baron die Argumente auf seiner Seite: Die Achtung des Lebens, frisches Trinkwasser, selbst angebaute Nahrungsmittel. Und vor allem einen stattlichen Vorrat an Zigarren. Woran es ihm mangelt ist Schutz.

Da kommt der Fremde ins Spiel, ein geschickter Messerstecher, der es praktisch im Alleingang mit den Horden des herrschsüchtigen Carrot (B-Standarte William Smith, „Maniac Cop“) aufnehmen kann. Doch das Ziel des Barons ist ein anderes. Carson soll seine schwangere Tochter (Joanna Miles, „Feuerkäfer“) und einen Beutel Saatgut durch die verlassenen U-Bahn-Schächte auf ein sicheres Eiland eskortieren. Carrot, dank dem es ausreichend Anlass für Handgreiflichkeiten gibt, versucht dies mit seinen Spürhunden zu vereiteln.

Der postapokalyptische Elitekrieger als Eskorte einer Schwangeren sollte zahlreichen artverwandten Genrefilmen (bspw. „American Cyborg“) als Blaupause dienen. Doch „The Ultimate Warrior“, alternativ „New York antwortet nicht mehr“ betitelt, spielt diese Karte erst im Schlussdrittel aus und beschränkt sich im betont tempoarmen Vorlauf auf die atmosphärische Auskleidung der von Seuchen und Gewalt entvölkerten Welt. Mit Herzblut, mühevoller Ausstattung und durchaus vertieften Charakteren schufen Produzent Fred Weintraub und Regisseur Robert Clouse („Der Mann mit der Todeskralle“) eine grimmige Anti-Utopie, deren zugegeben recht dünne Story stimmungsvoll aufgeblasen wird.

Die Kampfsequenzen mögen nicht der Höhe der Gegenwart entsprechen, erweisen sich im Umgang mit Messer und Schlagwerkzeug aber als konstant ruppig. Gewalt wird zwar mehr angedeutet als offen zur Schau gestellt, die geradezu schmerzhaft unspektakuläre Manier, mit der sich der alternde Brynner bis zur finalen Selbstverstümmelung seinen Weg durch Heerscharen von Gegnern prügelt, hält die Indizierung jedoch bis heute aufrecht. In seiner atmosphärischen Trostlosigkeit, der moralischen Grauzone und den wuchtigen Matte Paintings zeigt dies leuchtende Beispiel, dass die Siebziger den Spagat zwischen Exploitation und Anspruch noch immer am besten meisterten. Ein Film, wie geschaffen für ein Double Feature mit Hestons „Omega Mann“.

Wertung: (7 / 10)

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