The Tossers – Agony (2007, Victory Records)

Die TOSSERS haben es wieder geschafft. Auch auf ihrer zweiten Victory-Scheibe „Agony“ verbiegen sie sich nicht einen Deut. Die traditionelle Folk-Truppe unternimmt keinerlei Anstalten, einem größeren Publikum zu gefallen als demjenigen, welchem sie bereits mit dem Label-Debüt „The Valley of the Shadow of Death“ aus der irisch angehauchten Seele sangen. Mit Punk-Rock hat das weiterhin nur entfernt zu schaffen. Selbst wenn dem Chicagoer Septett diese Kategorisierung anhaftet wie Scheiße unter den Sohlen. Fans ihrer Spielart, respektive noch gemäßigteren FLOGGY MOLLY, kommen also einmal mehr voll auf ihre Kosten. Aber auch nur die.

In 17 oft balladesken Songs schwingen beständig Melancholie und Sehnsucht mit. Darin sind die TOSSERS gut. Nicht minder verstehen sie sich auf das emotionale Umschalten. Denn wer will schon, um auch den Klischees zu ihrem verdienten Recht zu verhelfen, bei all den in sein Guinness vergossenen Tränen das Schunkeln vergessen? „Agony“ bedient seine Zielgruppe prompt und sauber. Dafür erforderlich ist nur eine Affinität für musikalische Folklore von der Insel – oder eben dem, was die amerikanischen Einwanderer davon übrig gelassen haben. Im Gegensatz zum Ska aber spricht das weniger an. Allgemeingültige Ausgelassenheit muss der Platte abgesprochen werden. Das macht sie keineswegs schlecht, aber eben doch nur für ein Nischenpublikum interessant.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top