The Task (USA 2010)

the-taskDas filmische Spiel mit der Urangst ist so alt wie das Horror-Genre selbst. Mit den Protagonisten wird auch der Zuschauer in der Dunkelheit allein gelassen. Es ist der Reiz der Furcht vor dem Unbekannten. Denn wer weiß schon, was einen in der Nachtschwärze wirklich erwartet? Derartigen Prüfungen haben sich die Kandidaten einer Spielshow im Horror-Thriller „The Task“ zu stellen, mit dem Alex Orwell den Fundus des After Dark-Filmfestes erweitert. Austragungsstätte des Reality-TV-Formats ist ein verlassenes Gefängnis mit düsterer Vergangenheit. Dass solch eine Kulisse nichts Gutes verheißt, liegt in der Natur der Sache.

Im Gegensatz zu den meisten After Dark-Veröffentlichungen wurde Orwells Beitrag eine Jugendfreigabe verwehrt. Ersichtlich wird der Grund dafür nicht, schließlich übersteigt die Darstellung von Grauen und Gewalt zu keiner Zeit das übliche Maß. Der Beginn zeigt, mit Split-Sceens und Wackelkamera, wie Passanten von einer maskierten Gruppe entführt werden. Aber auch das ist lediglich Teil der betont revolutionären Show, auf die sich die Gekidnappten Monate zuvor beworben hatten. Jedem Teilnehmer – darunter Texas Battle („Final Destination 3“) – werden 20.000 Dollar versprochen, sofern er oder sie eine Nacht im als verflucht verrufenen Knast verbringt.

Mit unheimlichen Soundeffekten und in den Weiten des verzweigten Komplexes allein zu erledigenden Aufgaben werden die Kandidaten in anhaltende Anspannung versetzt. Von einer zentralen Überwachungsstelle aus observieren Connie (Alexandra Staden, „My Name is Modesty“) und ihr Team den Verlauf der Sendung. Doch nachdem einer der Teilnehmer in der alten Gefängniskapelle den Geist des mörderischen Direktors beschwor, taucht auf den überall im Gebäude platzierten Kameras plötzlich eine unbekannte Gestalt auf. Erst glauben Connie und Kollegen an eine Finte des Senders. Aber der Spaß schlägt bald in blutigen Ernst um.

Auch wenn Orwell versucht dem Potenzial des Plots über Twists und Finten gerecht zu werden, ist „The Task“ doch nicht nervenzerrender als eine Folge „48 Stunden Angst“. Die Vermischung des bekannten TV-Formats mit Elementen des Haunted House-Horros funktioniert aber bereits deshalb nur bedingt, weil der mörderische Geist des Knastleiters viel zu selten zur Tat schreiten darf – und auch dann nicht sonderlich furchteinflößend in Szene gesetzt wird. In der Hauptsache sind die klischeebeladenen Figuren also mit ihren Ängsten allein. Nur übertragen sich diese, anders als eingangs beschrieben, eben nicht auf den Betrachter.

Wertung: (4 / 10)

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