The Stink of Flesh (USA 2004)

the-stink-of-fleshWer dachte, faustkämpfende Zombies gäbe es nur im asiatischen, vielleicht noch im italienischen Splatterfilm, der irrt. Regisseur Scott Phillips, in der Vergangenheit immerhin Skriptschreiber solch namhafter B-Movies wie „Drive“, entfesselt in seinem Langfilmdebüt „The Stink of Flesh“ eine Apokalypse aus spritzendem Kunstblut und freudlosen Schauspieldarbietungen. Den Untoten wird dabei nicht nur mit Feuerkraft zugesetzt, sondern auch mit Werkzeugsatz und Handkante. Daraus entspinnt sich ein bestenfalls unterdurchschnittlicher Low Budget-Horror, der sein Heil im Flair der Semiprofessionalität sucht. In der Hauptsache vergebens.

Nathan (Ross Kelly, „Wedding Slashers“) und seine dralle Gattin Dexy (Diva, „Mojave“) führen eine offene Beziehung. Sie lässt sich von wechselnden Gespielen besteigen, während er daneben sitzt und zuschaut. In einer von fleischfressenden Zombies nahezu entvölkerten Welt ist es um den Rammelnachschub schlecht bestellt. Aber da ist ja der potente Matool (Kurly Tlapowaya, „Necroville“), der den Horden schleichender Kannibalen mit Hammer und langen Nägeln bewaffnet den Kampf angesagt hat. Nachdem Nathan ihn gekidnappt und in die Hausordnung ihres entlegenen Domizils eingeführt hat, kehrt vorläufiger Frieden ein. Bis sich drei Soldaten in die Einöde verirren, von denen einer deutliche Bisswunden aufweist.

Die Umsetzung dieser Videoveröffentlichung entspricht ihren Produktionsbedingungen. Über manch gelungene Kameraeinstellung hangelt sich der Streifen vorwärts, wobei zumindest die Ambition Phillips‘ über das bloße Gorefest hinausragt. Die von ihm aufgetischte Geschichte aber ist nicht nur krude zusammengestückelt, sie verbleibt auch ohne jede Atmosphäre. Die Figuren taugen trotz Übersteigerung weder zu gesellschaftlicher Satire, noch zu ihrer Kritik. Allen voran zeigt sich das an Dexys Schwester Sassy (Kristin Hansen, „Gimme Skelter“), der in bester „Basket Case“-Manier ein schauerliches Schwesterchen aus der Hüfte ragt.

Auch der Einsatz der chargierenden Zombie-Komparsen schießt meist deutlich über das Ziel hinaus. Der Trash-Appeal ist zuweilen enorm, was sich bedauerlicherweise nicht auf die Vergnüglichkeit des Films auswirkt. Zwar versäumt es Phillips nicht, Großmeister George A. Romero („Zombie – Dawn of the Dead“) artig Tribut zu zollen, die Reminiszenzen aber machen sein uninspiriertes Werk darüber nicht besser. Für etwas Schwung sorgt zumindest der stimmige Rockabilly-Soundtrack, während vereinzelte Dialoge unfreiwilliges Schmunzeln beschwören. Von der schleppenden Einleitung bis zum jede Nachvollziehbarkeit vermissen lassenden Finale bleibt so ein zwar bemühter, dabei jedoch wenig überzeugender Reißer.

Wertung: (3 / 10)

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