The Stereo – No Traffic (2001, Fueled By Ramen)

thestereonotrafficNoch bevor THE STEREO mit ihrem Vermächtnis „Rewind + Record“ den Gipfelstürmern von JIMMY EAT WORLD das Wasser reichten, veröffentlichten sie mit „No Traffic“ eine der besten Indie-Rock-Scheiben des neuen Jahrtausends. Die Truppe um Jamie Woolford, der binnen fünf Jahren Bandhistorie diverse Mitstreiter verschliss, führte die poppige Verspieltheit der Achtziger über die Krachwälle der Neunziger zu neuen Ufern.

Die sich in Eingängigkeit überschlagenden Songs verbinden sich zu einer restlos begeisternden Platte, die sich ob ihrer stilistischen Variierungen in wahrhaft zeitlose Stimmungsbilder hüllt. Flächendeckend wird zum Großbombardement melodiöser Finessen geblasen. Der Glamour des Pop trifft auf die Attitüde des Punk. Darüber das säuselnde Organ Woolfords, der im stets richtigen Moment die Stimme zu erheben weiß. Das eigentlich verblüffende daran: THE STEREO treiben ihr bestes Album mit Tracks für die Hosentasche nach vorn. Allein die Eröffnung „Get Set for Sound“ erklimmt die Marke von vier Minuten. Die übrigen Stücke verbleiben im knackigen Umfeld von zwei bis drei Minuten.

Mitreißende Refrains in mehrstimmiger Ausführung und eine perfekt aufeinander abgestimmte Instrumentierung bilden den verzierenden Rahmen, der „No Traffic“ auf den Gipfel der Erhabenheit führt. Und weil der Hitfabrik obendrein die nötige Abwechslung verabreicht wird, lassen sich auch nach dutzendfachen Durchläufen noch nostalgische Seitenhiebe auf die kitschbewährten 80´s erschließen. Dazu noch die Ausbrecher im Tross der Euphorie – „New Tokyo is Calling“, „Can´t Look Back“ oder „On My Sonar“ scheinen in ihrer unumstößlichen Begeisterungsfähigkeit nur schwer zu überbieten. Krachbewährte Genießer kommen an diesem Zeugnis kreativer Überlegenheit kaum vorbei. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Wertung: (8,5 / 10)

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