The Science of Sleep – Anleitung zum Träumen (F 2005)

science-of-sleepMichel Gondry hat sich spätestens mit „Vergiss mein nicht” in die Herzen von Publikum und Kritikern gefilmt. Der ehemalige Musikvideo- und Werbefilmer lieferte schon mehr als einen wunderschönen Film ab – allesamt aus den USA. Jetzt kehrt der gebürtige Franzose erstmals in die Heimat zurück um dort einen Film zu drehen: „The Science of Sleep”.

Stéphane (Gael García Bernal) kehrt zurück ins heimische Paris. Seine Mutter hat dem Grafiker einen Job in einer Kalenderfirma vermittelt, also zieht Stéphane zurück in sein altes Kinderzimmer. Doch schon am ersten Tag merkt er, dass der angeblich kreative Prozess aus hirnloser Handarbeit besteht. Doch das ist nichts Neues für Stéphane. Wenn die Realität ihn langweilt, zieht er sich in seine Träume zurück. Dort verarbeitet er den Wahnsinn seiner Tage und seines Lebens. Und auch die Liebe zu seiner neuen Nachbarin Stéphanie (Charlotte Gainsbourg) drängt sich immer mehr in den Mittelpunkt seines Lebens – in der Realität und in seinen Träumen.

„The Science of Sleep” ist ein sanfter, wunderschön inszenierter Märchenfilm. Stilistisch angereichert mit Effekten aus den Jahren vor Blue-Screen formt Gondry einmal mehr eine liebevolle Umgebung für seine zart gezeichneten Charaktere. Allerdings merkt man die Abwesenheit von Mastermind-Drehbuchautor Charlie Kaufman, der „Vergiss mein nicht” ja so nachdrücklich seinen Stempel aufdrückte. Die Handlungsdecke in „The Science of Sleep” jedenfalls ist deutlich dünner. Macht aber erstmal nichts. Die beiden Hauptdarsteller gleichen dieses Manko großteilig wieder aus. Gael Garcìa Bernal und Charlotte Gainsbourg bilden das, was man mit dem schrecklichen Wort „Leinwandchemie” beschreibt. So abgedroschen es klingt: Das Zusammenspiel der beiden trägt den Film nun mal über das Mittelmaß hinaus.

„The Science of Sleep” ist so ein schöner Film geworden, der trotz einiger Schwächen und Längen zu bezaubern und unterhalten weiß. Verglichen mit „Vergiss mein nicht” ist Michel Gondry natürlich etwas abgefallen, trotzdem ist sein neues Werk unterhaltsam, sanft und vor allem äußert liebevoll inszeniert.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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