The Roost – Angriff der Fledermäuse (USA 2005)

the-roost„The Roost“ ist ein Film, in dem Liebe steckt. Noch vor den Anfangstiteln wird dem klassischen B-Grusel Referenz erwiesen. Nebelschwaden ziehen durch schwarz-weißes Studioambiente, Skelette baumeln an Gemäuern aus Pappmaschee und ein fahler Dracula-Ersatz (Tom Noonan, „Heat“) führt als Gastgeber durchs Programm. Ernsthaftigkeit vermittelt das nicht. Eher schon kleinbudgetierten Horror im Stile der „Tales from the Crypt“. Das besitzt Charme, kann die Leidenschaft der Macher aber nur bedingt auf den Zuschauer übertragen.

Natürlich spielt die Geschichte an Halloween: Vier junge Leute verirren sich auf dem Weg zu einer Hochzeit in der nächtlichen Einöde. Als zwei von ihnen auf der Suche nach Hilfe von einem Polizisten aufgelesen werden, scheint der Ausweg nahe. Doch da sind noch gefräßige Fledermäuse, vor denen die potenzielle Beute auf angrenzendem Farmgelände Schutz sucht. Damit nicht genug des Alptraums, verwandeln sich die Opfer der geflügelten Bestien in Zombies. Das könnte herrlich überzogenen Trash nach sich ziehen, mündet aber in eine flache Geisterbahnfahrt mit geringem Unterhaltungswert.

Ti Wests („Trigger Man“) Langfilmdebüt kann trotz guter Ansätze nicht überzeugen. Die kargen Handkamerabilder vermitteln keine Stimmung und bleiben gefangen im Look typischer Billigproduktionen. Ganz ohne Reiz ist „The Roost“ nicht. Darsteller und Effekte bewegen sich in angemessenen Bahnen, ebenso die altmodischen Geigenklänge. Aber es passiert herzlich wenig. Zugerichtetes Wild und ein im Off verschwindendes Ehepaar halten leidlich bei Laune, können aber kaum verhindern, dass sich schnell Langatmigkeit breit macht.

Weil der Aufwand gering ist, bleibt die Wirkung aus. Die erste Attacke der Fledermäuse erfolgt erst nach der Halbzeit. Davor wird kostbare Zeit an einen geschwätzigen Vorlauf verschwendet. Mit Auftauchen der auferstandenen Opfer gewinnt das Szenario schließlich an Tempo. Die daran gebundenen Gore-Einlagen erweisen sich als souverän getrickst und ansprechend blutbesudelt. Mehr als Schadensbegrenzung betreiben sie aber nicht. Zwischendurch meldet sich auch Tom Noonan noch einmal zu Wort und spult ein Stück des Films zurück, um ihn im Sinne des Horrors adäquater ausklingen zu lassen. Hätte er dies doch nur früher getan.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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