The Reaping – Die Boten der Apokalypse (USA 2007)

the-reapingIn die Hollywoodgeschichte wird Hilary Swank wohl nicht als strebsamstes Arbeitstier eingehen. Dafür kann sie jedoch mit 33 Jahren bereits zwei Oscars (für „Boys Don’t Cry“ und „Million Dollar Baby“) ihr Eigen nennen. Wohl überlegt werden ihre Rollen ausgewählt, doch auch eine Hilary Swank muss Miete zahlen. Deswegen nimmt sie Rollen wie in „The Core“ oder aktuell „The Reaping“ an. Einen anderen Grund als Geld kann es eigentlich nicht geben, den eigenen guten Namen für solch ein Standardwerk herzugeben.

Die junge Professorin Katherine Winter (Hilary Swank) ist Wissenschaftlerin durch und durch. Nach einem persönlichen Zwischenfall, der das Leben ihrer Tochter kostete, hat sie jeglichem Glauben abgeschworen. Alles ist wissenschaftlich erklärbar, so lautet ihre Maxime. Gemeinsam mit ihrem Partner Ben (Idris Elba) wird sie in ein kleines Südstaaten-Dorf beordert, wo Seltsames geschieht.

Ein kompletter Fluss hat sich über Nacht blutrot verfärbt, kurz nach ihrem Eintreffen und ersten Untersuchungen regnet es zudem tote Frösche. Der örtliche Lehrer Doug Blackwell (David Morrissey) und die allzu gläubigen Einwohner machen die kleine Loren Mc Connell (AnnaSophia Robb) für all das verantwortlich, deren Bruder unter mysteriösen Geschehnissen am Fluss ums Leben kam. Katherine erinnert das Mädchen an ihre eigene Tochter und sie versucht, wissenschaftlich an die sich mehrenden biblischen Plagen heranzugehen, die das Dorf heimsuchen.

Hollywood und dessen Angst vor Satan geht in die nächste Runde. Okkult-Streifen sind seit jeher – wenn auch ein verhältnismäßig kleiner – Bestandteil der Traumfabrik. Regisseur Stephen Hopkins („Predator 2“, „Lost in Space”) bietet handwerklich solide Kunst, gerade wenn es um die biblischen Plagen geht, jedoch fehlt es dem Drehbuch der „House of Wax“-Schreiber an der notwendigen Spannung. Dieses versucht zwar den einen oder anderen Haken zu schlagen, jedoch wirken diese auf Spannung getrimmten Versuche recht unbeholfen und nicht konsequent zu Ende erzählt.

„The Reaping“ wirkt in seinem gesamten Erscheinungsbild etwas altbacken, Stephen Hopkins vermag seinem lauwarmen Mystery-Thriller keine neuen Aspekte abzugewinnen. Die Abfolge der Plagen, die Entwicklung der Figuren, all das wirkt wenig innovativ und somit häufig belanglos. Der Zuschauer kann zumindest stets erahnen, wo ihn der Film in den nächsten Minuten hinführen wird. Gelungen sind dafür die einsamen und trüben Sumpf-ähnlichen Gegenden, die hier als Kulisse dienen. Die Darsteller, darunter auch Stephen Rea („Interview mit einem Vampir”), geben sich redlich Mühe, jedoch wirkt Hilary Swank schlichtweg unterfordert. Dass sie dennoch auch hier eine – den Umständen entsprechende – ordentliche Leistung abliefert, steht außer Frage.

Der Film kann mit seinen Bildern durchaus punkten und auch die Atmosphäre ist weitgehend stimmig. Dennoch macht das schwache Drehbuch dem Film einen Strich durch die Rechnung, es mangelt schlichtweg an Spannung, alles hat man irgendwie und irgendwo schon mal gesehen. Für Fans von „Stigmata” oder „Das Omen” aber sicherlich einen Blick wert. Nur sollte man besser nicht zu viel erwarten.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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