The Nice Guys (USA/GB 2016)

the-nice-guys„You’re the world’s worst detectives.“ – Holly

Früher war Shane Black der bestbezahlte Drehbuchautor Hollywoods. Auf sein Konto gehen Klassiker wie „Lethal Weapon“ (1987) oder „Last Boy Scout“ (1991). Dann wurde es still um ihn. Vor der Jahrtausendwende zog sich Black vom Filmgeschäft zurück. Wenn auch nicht von Dauer. 2005 folgte mit der von ihm geschriebenen und zugleich gedrehten Thriller-Posse „Kiss Kiss, Bang Bang“ die furiose Rückkehr ins Rampenlicht. „Iron Man 3“ ließ ihn 2013 ins Blockbuster-Metier schweifen, ehe er mit „The Nice Guys“ deutlich an sein von Groschenheft-Krimis inspiriertes Comeback anknüpfte. Mit neuerlich urkomischem Auskommen.

Die Hauptrollen bekleiden Russell Crowe („Gladiator“) und Ryan Gosling („Drive“), die sich als ungleiches Schnüffler-Duo zusammenraufen müssen, um im Los Angeles des Jahres 1977 ein bis in hohe Ämter reichendes Komplott aufzudecken. Dabei verläuft das erste Zusammentreffen der beiden alles andere als harmonisch: Crowes bulliger Jackson Healy mischt für Geld Leute auf. Goslings mäßig erfolgreicher Privatdetektiv Holland March fällt ins Schema, weil er die von Healey vertretene Amelia (Margaret Qualley, „The Leftovers“) sucht, die Aufschluss über die Sichtung einer tödlich verunglückten Pornodarstellerin verheißt. Ein gebrochener Arm soll March davon überzeugen, die Sache ruhen zu lassen. Doch dann ist es ausgerechnet Healey, der die Dienste des zwar großmäuligen, dabei jedoch wenig wehrhaften Ermittlers benötigt.

Denn am Verbleib seiner mittlerweile untergetauchten Auftraggeberin sind auch zwei professionelle Killer – gespielt von Beau Knapp („Southpaw“) und Keith David („Cloud Atlas“) – interessiert. Gemeinsam finden Healey und March, tatkräftig unterstützt von des Zweitgenannten aufgeweckter Teenager-Tochter Holly (Angourie Rice, „These Final Hours“), heraus, dass der Dreh eines mit kritischen Inhalten versehenen Pornofilms mächtige Kreise dazu veranlasst, die Beteiligten der Reihe nach auszuschalten. Durch Amelias im Justizministerium tätige Mutter (spielte mit Crowe bereits in „L.A. Confidential“: Kim Basinger), die flächendeckende Einführung des Pkw-Katalysators und den zusätzlich berufenen Auftragsmörder John Boy (Matt Bomer, „White Collar“) zeichnet sich allmählich ein komplexes Bild ab, dessen Kenntnis Healey und March selbst in Lebensgefahr bringt.

Stimmiges Zeitkolorit, hinreißende Hauptdarsteller und ein absurd verwinkelter Neo-Noir-Plot bilden die Essenz von „The Nice Guys“. Dabei ist insbesondere Ryan Gosling die Lust an der für ihn ungewöhnlichen Loser-Rolle deutlich anzumerken. Sein an akuter Selbstüberschätzung leidender Privatdetektiv frönt zu den unpassendsten Zeitpunkten dem Alkoholismus und sorgt nicht allein für schallendes Gelächter, wenn er auf einer Party betont lässig von einem Balkon stürzt. Dosierte Action- und vereinzelt makabre Gewalteinlagen stützen das von Joel Silver („Matrix“) produzierte Vergnügen und geben auch dem fülligen Russell Crowe ausreichend Gelegenheit, sich komödiantisch auszuzeichnen. Selbst wenn nicht jeder Witz ins Schwarze trifft und „Kiss Kiss, Bang Bang“ im Vergleich ein wenig runder wirkte, ein Wiedersehen mit diesen zwei Anti-Helden ist unbedingt erbeten!

Wertung: (7,5 / 10)

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