The Matador – Mord und Margaritas (USA/D/IRL 2005)

the-matador„Margaritas always taste better in Mexico. Margaritas and cock.“ – Julian

Mit Schnurbart und Nagellack auf Konfrontationskurs mit dem Bond-Image: In „The Matador“ spielt der vierfache 007-Darsteller Pierce Brosnan süffisant gegen den Ruf des elitären Saubermanns an und mimt mit bestechender Präsenz einen Killer in der Sinnkrise. Sein Julian Noble ist unrasiert und vom dauerhaften Alkoholkonsum aufgeschwemmt. Anbei flucht er, flirtet mit Minderjährigen und vergisst auch mal den eigenen Geburtstag. Der Job, respektive die Beseitigung unliebsamer Zeitgenossen, ist sein Leben. Platz für Freundschaften oder Heimat bleibt da keine.

Das ändert sich, als er den selbständigen Berater Danny Wright (Greg Kinnear, „Auto Focus“) kennen lernt, der für einen lukrativen, schier überlebensnotwendigen Pitch nach Mexiko gereist ist. Vom starken Verhältnis zu Gattin Carolyn (Hope Davis, „The Weather Man“) abgesehen segelt Danny durch unruhige Gewässer. Der Unfalltod des gemeinsamen Sohnes warf die Eheleute aus der Bahn und beruflich wartet er sehnlich auf ein Erfolgserlebnis, das ihm den Selbstrespekt früherer Tage zurückbringen kann. Zwischen Cocktails und Stierkampf finden die nur scheinbar grundverschiedenen Männer zusammen und selbst Julians Offenbarung seiner Profession bleibt ohne Folgen.

Am Ende aber scheint Danny der Zufallsbekanntschaft überdrüssig und so führt eine Schwarzblende zum vorläufigen Ende ihrer Kameradschaft. Sechs Monate später, Dannys beruflicher Werdegang hat sich im Gegensatz zu dem des ausgebrannten Julian zum Guten gewandt, steht der Mietmörder plötzlich vor seiner Tür. Man lacht, man scherzt, man leert eine Flasche Whisky. Doch der Killer scheint am Ende. Nachdem er gleich mehrere Aufträge vermasselt hat, kann ihm selbst Mittelsmann Mr. Randy (Philip Baker Hall, „Magnolia“) nicht mehr helfen. Mit einem letzten Mord aber kann Julian den Kopf selbst aus der Schlinge ziehen. Dafür aber braucht er die Hilfe des aufrechten Danny.

Selten war Brosnan besser als in der Rolle des abgehalftert vulgären Assassinen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Dass der von Richard Shepard („Hunting Party“) geschriebene und inszenierte Film aber über Wortwitz und Typenkomik hinaus funktioniert, liegt an der subtilen Tragik der melancholischen Posse. Die Hauptdarsteller verleihen den Figuren trotz grober Umschreibung Kontur und Tiefe, was den gemächlich eröffneten Plot nie in Richtung simplen Klamauks abdriften lässt. Die späte Auflösung einer zuvor lediglich angedeuteten Schlüsselszene erweist sich zudem als erzählerischer Kniff, der die Ambivalenz der Charaktere unterstreicht und die im Kern sympathisch schlichte Tragikomödie wohltuend aus der Masse gängiger Humoresken herausstechen lässt.

Wertung: (7 / 10)

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