The Last King – Der Erbe des Königs (N 2016)

the-last-king-der-erbe-des-koenigsDer norwegische Filmemacher Nils Gaup erlangte bereits mit seinem Regiedebüt „Pathfinder – Die Rache des Fährtensuchers“ (1987) über die Grenzen seiner Heimat hinaus Bekanntheit. Am Status des kleinen Klassikers rüttelte auch das furchtbare US-Remake gleichen Namens – 2007 von Marcus Nispel mit Karl Urban und Ralf Moeller gefertigt – nichts. Für Gaup folgten nationale wie internationale Engagements (u.a. „Tashunga – Gnadenlose Verfolgung“), mit denen er seinen guten Ruf beständig stärkte. Sein jüngstes Werk „The Last King – Der Erbe des Königs“ (Originaltitel: „Birkebeinerne“) spielt wieder in verschneiten nordischen Weiten und widmet sich einem relevanten Kapitel mittelalterlicher norwegischer Geschichte.

Der mit Finanzmitteln aus Norwegen, Irland und Ungarn produzierte Historienfilm blickt ins Jahr 1204 zurück. Mit Hilfe dänischer Truppen haben die aufständischen Bagler die Ostregionen des Reiches besetzt. Die herrschenden Birkebeiner stellen sich gegen den wachsenden Einfluss der katholischen Kirche. Der Papst und Klerus wohlgesonnene Herzog Gisle (Pål Sverre Hagen, „Kon-Tiki“) spinnt eine Intrige, die den König das Leben kostet und seinen dem Verstorbenen treu ergebenen Bruder Inge (Thorbjørn Harr, „Vikings“) in den Kerker bringt. Gisle selbst will den Thron besteigen und die Kirchentruppen mit offenen Armen empfangen.

Im Weg steht diesen Plänen jedoch ein unehelicher Knabe des ermordeten Regenten, der als letzte Hoffnung der Birkebeiner zum Herrschaftssitz nach Nidaros gebracht werden soll. Beschützt wird das wehrlose Kleinkind von Torstein (Kristofer Hivju, „Game of Thrones“) und Skjervald (Jakob Oftebro, „Erlösung“), die sich mit Hilfe verschiedener Unterstützer ihren Weg durch die schneebedeckte Wildnis bahnen. Verfolgt werden sie von Soldaten des Klerus, die vom brutalen Orm (Nikolaj Lie Kaas, „Kind 44“) befehligt werden. Mit dem hat Skjervald eine ganz persönliche Rechnung zu begleichen, nachdem seine Frau und der gemeinsame Sohn auf Geheiß des Kirchenkriegers ermordet wurden.

Die in ihren Grundzügen komplexe Geschichtsstunde wird in schlanken 95 Minuten abgehandelt. Viel Zeit für die Beschreibung von Figuren, Motiven und Entwicklungen bleibt da nicht. Doch auch wenn „The Last King“ mitunter übereilt erscheint, bietet der Film wohl inszeniertes Kontrastprogramm zum Einerlei Hollywoods. Dazu trägt die ausgewogene Mischung aus ruhigen Szenen und dosierter Action mit ausgiebigem Einsatz von Pferd und Skiern bei. Der beachtliche Produktionsaufwand schöpft aus der in Teilen anmutigen Bebilderung und ansehnlichen Darstellerleistungen seine größten Stärken. Zwar sorgen die Eile der Erzählung und überflüssige Klischees wiederholt für Abstriche, seinem Status wird Nils Gaup aber auch diesmal gerecht. Nur ein Remake mit Ralf Moeller bleibt uns hoffentlich erspart.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top