The Last Jaws – Der weiße Killer (I 1981)

the-last-jawsDas beschauliche Küstenstädtchen Port Harbor fiebert dem jährlichen Surf-Wettbewerb entgegen, als einer der Favoriten beim Training in Küstennähe von einem gewaltigen Hai verschlungen wird. Der renommierte Schriftsteller Peter Benton (James Franciscus, „Die Rückkehr zum Planet der Affen“) versucht darauf mit Seebär Hamer (Vic Morrow, „The Riffs“) den Start des Turniers zu verhindern, stößt bei Ausrichter Wells (Joshua Sinclair, Autor der Mini-Serie „Shaka Zulu“), der als Bürgermeister einen Senatssitz anpeilt, aber auf Verständnislosigkeit. Weitere Opfer lassen da nicht lange auf sich warten.

Ein Monster-Hai, ein Sport-Event und eine vor der Gefahr die Augen verschließende Obrigkeit: Welchem Horror-Klassiker Enzo G. Castellaris „The Last Jaws – Der weiße Killer“ nachstellt, offenbart sich bereits im hiesigen Doppeltitel ohne jeden Zweifel. Pate stand natürlich Spielbergs Mörderfisch, dessen Ruf im Jahre 1981 noch so präsent war, dass der Nachahmer in verschiedenen Erdteilen gar als zweite Fortsetzung des originären Schockers gehandelt wurde. Zwar unterband eine Klage von Universal Pictures diesen kassenträchtigen Coup in den USA, wo der Film unter dem Titel „Great White“ in die Kinos kam, in anderen Ländern aber ging die Rechnung auf.

Dem tatsächlichen Vergleich kann dies Italo-Plagiat selbstredend nicht standhalten. Allerdings ist es für Genre-Fans durchaus interessant zu sehen, wie Castellari („The Riffs“), mehr noch sein angestammter Cutter Gianfranco Amicucci („Keoma“) Techniken vorwegnimmt, die den modernen Tier-Horror maßgeblich prägen. Zwar kreierte auch Georgio Ferrari (kreierte auch den Alien-Zyklopen in „Astaron – Brut des Schreckens“) ein (lachhaftes) Modell des Hais, das Gros der Szenen während seiner Attacken entstammt jedoch offenkundig diversen Doku-Archiven. Der eingefleischte Handwerker Castellari präsentiert dazu einmal mehr Zeitlupensequenzen, die vereinzelt tatsächlich Spannung erzeugen.

Stimmungsvolle Momente bleiben allerdings die Ausnahme. So darf die Bestie, deren Kunststoff-Kopf mit starr geöffnetem Maul immer wieder befremdlich weit aus dem Wasser schielt, auch Bentons Tochter Jenny attackieren. Die wird gespielt von Stefania Girolami („Sindbad – Herr der sieben Meere“), Tochter Castellaris und Nichte des ebenfalls mitwirkenden Ennio Girolami („Der Mörder-Alligator“). In einer absurden Haifang-Szene mit Miniatur-Hubschrauber ereilt auch Wells das verdiente Schicksal, so dass es schlussendlich an Benton und Hames ist, dem Pappkopf-/Stock-Footage-Hybriden die Stirn zu bieten. Ein paar Lacher hat dies plumpe Plagiat zu bieten. Der gähnenden Langeweile sind die aber kaum gewachsen.

Wertung: (3 / 10)

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