The House on Sorority Row (USA 1983)

the-house-on-sorority-rowNach den phänomenalen Erfolgen von „Halloween“ und „Freitag, der 13.“ gab es in den glorreichen 80ern Epigonen en masse. Die Erfolge der Vorläufer ließen sich aber nur selten wiederholen. Die meisten dieser Retortenbabys wären dem Publikum von heute wahrscheinlich gänzlich unbekannt, würde man ihnen nicht ein modernes Remake spendieren. Doch sind wahrlich nicht alle der früher in rauen Unmengen produzierten Schlitzerfilme unsäglicher Schund á la „Silent Night, Deadly Night“. Hier und da gibt es tatsächlich (noch) brauchbare Kost zu entdecken. So lange man in der Lage ist seine Erwartungen im Zaum zu halten.

Mit Mrs. Slater (Lois Kelso Hunt) ist nicht gut Kirschen essen. Die resolute Hausmutter regiert ihre Theta Pi-Studentinnenverbindung mit eiserner Hand. Als sieben davon, unter ihnen Katherine (Kate McNeill), im Wohnheim eine Abschlussparty angehen möchten, stellt sich ihnen die eiserne Lady mit ihrem Markenzeichen, einem Gehstock mit bleiernem Vogelgriff, in den Weg. Daraufhin wird von der Clique ein Plan ausgeheckt, der eine Pistole und den schmutzigen Pool vor dem Haus mit einbezieht, um es der alten Despotin heimzuzahlen.

Natürlich geht der Plan gründlich in die Hose und die olle Slater reicht tatsächlich den Löffel, worauf die Damen natürlich in Panik geraten. Das vernünftigste Glied der Gemeinschaft, natürlich die gewissenhafte Katherine, möchte, nicht überraschend, die Polizei rufen. Dem Rest der Gruppe gelingt es allerdings, sie vom Gegenteil zu überzeugen und die Leiche im Planschbecken verschwinden zu lassen. Am Abend, die Party ist bereits im vollen Gange, ist der Leichnam verschwunden und jemand befördert die Mädchen, den Gehstock der verstorbenen Tyrannin als Mordinstrument nutzend, eines nach dem anderem ins Jenseits.

„The House on Sorority Row“, der 2010 ebenfalls einen Neuanstrich verpasst bekam, ist einer jener eingangs erwähnten überzeugenderen Beiträge zum Slasher-Genre. Wer Innovation erwartet, sitzt natürlich im falschen Kanu. Erfrischend anders aber fällt Richard Bands orchestraler Soundtrack aus, der vom Londoner Philharmonic Orchestra eingespielt wurde. Ja, Richard Band, der Bruder von Charles Band, dem die Menschheit die Full Moon-Filmschmiede und damit Werke wie „Puppet Master“ zu verdanken hat. Szenarist und Regisseur Mark Rosman bedient sich fröhlich bei anderen Genrekollegen, einige Passagen erinnern stark an „Prom Night“ oder den schon Mitte der 70er entstandenen „Black Christmas“.

Doch Rosmans Aufbau, der den Fokus größtenteils auf seine sieben Protagonistinnen legt und nicht auf stilisierende Morde, versprüht eher den Esprit eines klassischen Whodunnit-Thrillers mit dezenten Giallo-Anleihen. Im Finale wird dann auch der im Clownskostüm operierende Meuchelmörder endlich in voller Pracht gezeigt. Spannend fällt das Treiben der jungen Mädchen aber nicht grade aus, besonders die erste halbe Stunde zieht sich. Die gewiss unfreiwillige Komik ist auch nicht sonderlich hilfreich, auch wenn die Szene, in der zwei der Damen einen Müllcontainer in ein Polizeiauto crashen lassen wirklich amüsant ausfällt. Vom abgetrennten Kopf in der Toilettenschüssel oder dem Schattenspiel-Mord ganz zu Schweigen.

Ob es letzten Endes Unentschlossenheit war, sich für ein Genre zu entscheiden oder doch noch ein Versuch, originellere Wege zu gehen, hat dem Film schlussendlich mehr geschadet als genützt. Denn Slasher-Fans kommen nicht unbedingt auf ihre Kosten und Thriller-Jünger erwarten eher einen doofen Teenies-Meuchler – wer sich mit der Symbiose anfreunden kann, wird kurzweilig unterhalten. Das Remake, das 26 Jahre später entstand, hat mit Rosmans Original übrigens so gut wie gar nichts mehr zu tun. Viel mehr erinnert die gelackte Neuinterpretation an einen alternativen „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“.

Wertung: (5 / 10)

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