The Hillside Strangler (USA 2004)

the-hillside-stranglerDokumentarisch angehauchte Filme über Serienmörder erfreuen sich in den USA einiger Beliebtheit. Den Reiz schafft der Blick in die Abgründe degenerierter Seelen, deren triebhafte Lust zu töten zugleich erschreckt und fasziniert. Erklären jedoch wollen die meist für Fernsehen oder Videomarkt produzierten Thriller Ursachen und Motive nicht. Ihre Kraft schöpfen sie aus der Nüchternheit, der wert- und weitgehend spannungsfreien Aufbereitung bekannter Fakten. Natürlich ist auch Spekulation im Spiel, die verstörende Wirkung jedoch liegt im bewussten Mangel an Erklärungsbereitschaft begründet.

Mit „The Hillside Strangler“ präsentiert Regisseur Chuck Parello („Ed Gein“), der mit Stephen Johnston („Bundy“) auch das Drehbuch schrieb, den kriminellen Werdegang von Kenneth Bianchi und Angelo Buono. Die Cousins ermordeten zwischen 1977 und 1979 mindestens 10 Frauen und positionierten ihre Leichen in anrüchigen Posen im öffentlichen Raum. Parello konzentriert sich anfangs auf Kenneth (C. Thomas Howell, „Hoboken Hollow“), der nach einem abgebrochenen Psychologie-Studium erfolglos in den Polizeidienst eintreten will.

Die Mutter rät ihm zum Tapetenwechsel und so reist er nach Los Angeles, wo er bei seinem Vetter Angelo (Nicholas Turturro, „NYPD Blue“) Quartier bezieht. Im Gegensatz zum introvertierten Kenneth ist der ein machohafter Draufgänger, der mit seinen Sexgeschichten prahlt und sich gern als dominanter Betthengst aufspielt. Während sich Kenneth als Psychiater ausgibt und versucht mit der bald schwangeren Claire (Allison Lange, „Gacy“) ein geregeltes Leben zu führen, überredet ihn Angelo zur Eröffnung eines Hostessenservices. Doch die perfide Zwangsprostitution scheitert an der brutalen Konkurrenz. Ihrer Wut machen sich die beiden fortan durch grausame Frauenmorde Luft.

Selbst wenn die menschenverachtende Brutalität des Duos, beispielsweise in der Folterung durch Injektionen chemischer Stoffe, nur angedeutet wird, ergeht sich der Film dennoch in unbequemer Offenheit. Zwei detaillierter gezeigte Morde wurden in der deutschen Fassung allerdings (geschickt) entschärft. Die Tonlage des schmutzigen Streifens ahmt das Sleaze-Kino der Siebziger nach und findet in Howell und Turturro eindringliche Mimen. Kenneth genießt die Medienresonanz und spornt Angelo zu immer neuen Morden an. Dass sie schließlich gefasst werden, bleibt wie so häufig der Unvorsichtigkeit der Täter geschuldet. Ein typisches Serienkiller-Portrait mit betont schlichten Bildern und guten Darstellerleistungen.

Wertung: (6 / 10)

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