The Hills Have Eyes Part II – Im Todestal der Wölfe (USA 1985)

the-hills-have-eyes-2-craven„The Hills Have Eyes Part II“, in Deutschland unter dem Titel „Im Todestal der Wölfe“ veröffentlicht, ist die Demontage eines Klassikers. Genre-Ikone Wes Craven verspielte mit dem lieblosen Sequel einigen Kredit, wobei allerdings auf die schwierigen Bedingungen verwiesen werden muss, unter denen er den Film auf den Weg brachte. Nach den kommerziellen Misserfolgen von „Tödlicher Segen“ und „Das Ding aus dem Sumpf“ war er der Pleite nahe. Sein Drehbuch zu „Nightmare on Elm Street“ wurde über Jahre abgelehnt, so dass die Fortsetzung für ihn quasi das Überleben sicherte.

Angeblich soll Craven noch vor Vollendung des Films das Handtuch geschmissen haben, weil das Budget ständig beschnitten wurde und die Crew einer starken Fluktuation unterlag. Das bereits abgedrehte Material verschwand in den Archiven und wurde erst nach dem Überraschungserfolg von „Nightmare“, als sein Name wieder zur Marke geworden war, mit Rückblenden des Originals auf Spielfilmlänge gedehnt und mit fast drei Jahren Verspätung doch noch ins Kino gebracht. Übrig blieb lediglich ein Torso, eine flüchtige, jedoch nie zu Ende gedachte Idee, die sich an kaum mehr als dem flüchtigen Reibach orientiert.

Der Auftakt gehört Bobby Carter (Robert Houston), einem der Überlebenden des ersten Teils. Die grausamen Geschehnisse in der Wüste hat er nie verwunden, weshalb er sich auch nicht an einem Motorradrennen in der Region beteiligen will, zu dem ihm seine Freunde überreden wollen. An seiner Statt fährt Rachel (Janus Blythe, „Der Planet Saturn lässt schön grüßen“) mit, die im Vorgänger noch Ruby hieß und selbst zum Kreis der kannibalistischen Sippschaft gehörte, die Bobby und seine Familie nach einer Panne im atomaren Testgebiet überfiel. Und auch diesmal kommt es, wie es kommen muss.

Der Zynismus von Cravens ursprünglicher Vision weicht der Banalität zeitgenössischer Horrorfilme der B-Kategorie. Auf dem Buckel der wegweisenden Vorbilder wird plump mit Schocks und Gewalt jongliert und auf das Interesse des Publikums spekuliert. Diesmal zu Unrecht. Der flache Backwood-Slasher floppte, was angesichts der lausigen Geschichte und der langweiligen Dramaturgie kaum verwundert. Von den Wüstenmutanten sind nur zwei übrig geblieben, Glatzkopf Pluto (Michael Berryman, „Die Barbaren“) und Hüne Reaper (John Bloom, „Runaway Train“). Ihr Appetit aber ist längst nicht gestillt.

Rachel, Rennfahrer Roy (Kevin Blair, „Freitag der 13. Teil VII“), dessen blinde Freundin Cass (Tamara Stafford, „Gegen jede Regel“) und die übrigen Reisenden – u.a. die spätere „24“-Präsidentengattin Penny Johnson – nehmen selbstredend die Abkürzung durchs Ödland und stranden unweit der Mine, wo Pluto und Reaper heimisch sind. Fortan müssen alle um ihr Leben fürchten, was ereignis- wie spannungslos nach Schema F abgespult wird. Die zumindest gelungene Kamera kann die eklatanten Schwächen – selbst Schäferhund Beast bekommt eine geistige Rückblende – nicht verbergen. Blutig wird es auch nur selten, so dass Craven mit seinem Namen wahrlich für einen beschämenden Horrorfilm steht.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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