The Hidden – Das unsagbar Böse (USA 1987)

the-hiddenAus all den wie am Fließband produzierten Erdvisiten außerirdischer Aggressoren, ob allein oder gleich in Scharen, ragt „The Hidden“ heraus. Der routinierte B-Filmer Jack Sholder („12:01“) trifft mit seinem brachialen Blutvergießen augenzwinkernd ins Herz der Konsumgesellschaft und schwingt sich zu einem furiosen Ritt durch verschiedene Genres auf. Wenn ein schneckenartiges Alien mit Spinnenbeinen schleimbewährt in die Körper ahnungsloser Menschen eindringt, sind Science-Fiction und Horror nicht fern. Ebenso wenig die Action, geht bei der Hatz auf die parasitäre Kreatur doch so einiges zu Bruch.

Mit einem ausgewachsenen Faible für schnelle Karossen und lauten Heavy Metal stiftet der fremde Organismus Unheil, begeht Überfälle und mordet – u. a. im Körper von Chris Mulkey („Der Killer im System”) und Claudia Christian („Hexina”) – ohne Skrupel, wer sich ihm in den Weg stellt. Nimmt der Wirtskörper durch äußere Einwirkung – meist in Form von großzügig verschossenen Polizeiprojektilen – zu viel Schaden, wird einfach der nächste in Beschlag genommen. Ermittler Tom Beck (Michael Nouri, „Mein Nachbar der Vampir“) steht vor einem Rätsel. Die Antwort kennt FBI-Agent Gallagher (Kyle MacLachlan, „Twin Peaks“), in dem sich ein rechtschaffender Artgenosse der Kreatur versteckt.

Trockener Humor wechselt sich mit blankem Zynismus ab, wenn das ungleiche Duo dem zerstörerischen Chaoten nachstellt. Dabei ahnt Beck, dass Zwangspartner Gallagher etwas verheimlicht. Anstatt die Klischees einer solchen Hatz zu meiden, werden sie einfach von der Geschichte absorbiert, ironisch gebrochen und mit Blut beschmiert. Die furiose Genreperle macht keinen Hehl aus dem dünnen Plot und legt den Schwerpunkt auf die temporeiche Destruktionskette. Die schließt Langeweile kategorisch aus und behält sich einen launigen Kniff vor, wenn es der Flüchtige Parasit auf den US-Präsidenten abgesehen hat.

Bis zum hitzigen Finale werden munter Leichen aufgetürmt und die bittere Fratze des Materialismus enttarnt. Sholder nimmt die Satire als Bonus einfach mit, wofür er den Actionanteil nicht zu reduzieren braucht. Durch die andauernde Variierung des Settings und zunehmende Feuerkraft kehrt eine kontinuierliche Steigerung ein, die im Amoklauf des Polizisten Ed O´Ross („Universal Soldier“) im Präsidium einen heftigen Höhepunkt findet. Diese angenehm schnörkellose und glücklicherweise nicht allzu ernste Handhabung mit dem Thema machen den flotten Reißer zum heimlichen Klassiker.

Wertung: (7,5 / 10)

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