The Gift – Die dunkle Gabe (USA 2000)

the-gift-die-dunkle-gabeSam Raimi hat vielen Filmfreunden in der frühen Jugend wunderbare Stunden geschenkt. Was war das doch für ein Gefühl, als 12-jähriger die ungeschnittene Fassung seines „Tanz der Teufel“ in einer der erbärmlichsten Qualitäten zu Gesicht zu bekommen. Doch ab da war man wer, man hatte IHN gesehen. Doch diese Zeiten sind nun wirklich schon sehr lange her und mittlerweile macht der gute Sam solche Filme wie den kommenden „Spider-Man“ mit Tobey Maguire. Bevor es aber mit der Spinne soweit ist, kann man sich zwischenzeitlich sein jüngstes Werk „The Gift – Die dunkle Gabe“ in der Videothek seines Vertrauens abholen.

Seit dem Tod ihres Mannes vor knapp einem Jahr hält die junge Annie Wilson (Cate Blanchett, „Elisabeth“) sich und ihre drei Kinder mit Kartenlegen über Wasser. Allerings werden ihre spirituellen Fähigkeiten nicht von jedermann gerne gesehen. Zu ihren Kunden gehören Mrs. Barksdale (Hilary Swank, „Boys Don’t Cry“), eine von ihrem Mann misshandelte Frau und der etwas psychisch mittgenommene Buddy (Giovanni Ribisi, „Suburbia“), der Probleme aus seiner Kindheit mit sich trägt und in Annie seine einzige Kontaktperson sieht.

Größere Probleme macht Donnie Barksdale (Keanu Reeves, „Speed“), der, nachdem Annie seiner Frau geraten hat, sich von ihm zu trennen, die Familie massiv bedroht. Als eines Tages die Schönheit der Stadt, Jessica King (Katie Holmes, „Tötet Mrs. Tingle“), spurlos verschwindet und die Polizeit keinerlei Anhaltspunkte vorweisen kann, soll Annie mit ihren Fähigkeiten helfen. Tatsächlich wird sie von Visionen heimgesucht, die dazu führen, dass die Leiche von Jessica im See von Donnie Barksdale gefunden wird und dieser daraufhin verurteilt wird. Annie ist sich jedoch nicht sicher, ob der richtige Täter gefasst wurde.

Wie schon bei „Ein einfacher Plan“ arbeitete Sam Raimi auch bei „The Gift – Die dunkle Gabe“ mit Billy Bob Thornton (Drehbuch) zusammen. Leider kann das Ergebnis diesmal aber nicht ganz überzeugen. Als positiv muss zuerst die düstere Atmospähre der sumpfigen Südstaatenlandschaft erwähnt werden, die von Raimi gekonnt eingefangen wird. Hinzu kommen die durchweg guten und vor allem glaubwürdigen Leistungen der Darsteller (u.a. auch Greg Kinnear, J.K. Simmons, Kim Dickens), allen voran die von Cate Blanchett. Aber auch Keanu Reeves, der häufig etwas hölzern agiert, kann in der Rolle des Hinterwäldlers durchaus überzeugen. Leider werden diese positiven Aspekte durch ein zu schwaches und vorhersehbares Drehbuch getrübt, das in ein völlig missratenes Ende gipfelt. Nicht wirklich schlecht, aber auch alles andere als ein Meilensteindes Mystery-Thrillers. Gerade von Sam Raimi hat man schon weitaus spannendere Stoffe gesehen.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

Ähnliche Beiträge

  • Cockneys vs Zombies (GB 2012)

    London ist eine jener Metropolen, die im Horrorfilm regelmäßig von Zombie-Invasionen heimgesucht werden. So auch in der Splatter-Komödie „Cockneys vs Zombies“, in der die Untoten den Arbeiterstadtteil East End verwüsten und eine Gruppe rüstiger Rentner sowie glückloser Kleingangster zur verbissenen Gegenwehr animieren. Parallelen zu „Shaun of the Dead“ bleiben unverkennbar und auch wenn das muntere…

  • Cold & Dark (GB 2004)

    Mit der Popgruppe Bros schwang sich Luke Goss in den 80ern in die Charts. Danach folgten Erfolge als Autor und Bühnenschauspieler. Zum Film war es von da nur noch ein kleiner Schritt. Nach Rollen in „Two Days, Nine Lives“ und „ZigZag“ öffnete sich Goss mit dem Part des Reapers in „Blade II“ erstmals einem größeren…

  • Return of the Living Dead (USA 1985)

    Unter dem Titel „Return of the Living Dead“ schrieb John A. Russo – der einst mit George A. Romero das Skript zu dessen Kultklassiker „Night of the Living Dead” verfasst hatte – ein Drehbuch. Produzent Tom Fox („Madhouse“) erwarb die Rechte und bot es „Alien“-Autor Dan O´Bannon zur Umsetzung an. Dieser gelangte rasch zu der…

  • Catch the Killer (USA 2023)

    „Mayor was still mayor in the sequel. That’s the lesson from ‚Jaws‘.“ – „Der weiße Hai“ als Sinnbild politischen Überlebenswillens Es ist ein Klischee des modernen Thrillers: Ermittler*innen müssen labil sein. Dahingehend bedient auch die düstere Mörderhatz „Catch the Killer“ (im Original eigentlich „To Catch a Killer“) gewohnte Erzählschemata. Den Unterschied macht der Umgang mit…

  • Guinea Pig: Flowers of Flesh and Blood (J 1985)

    Pseudo-Snuff und die Geschichte vom gläubigen Charlie Wenn man den berüchtigten Beiträgen zum Splatterfilm eines zugutehalten kann, dann ist es die Aushebelung der Konformität. Moderner Horror mag bisweilen Unbehagen bereiten, doch haftet ihm eine Berechenbarkeit an, die im kommerziellen Kontext einer gewissen Komfortzone gleicht. Ein bisschen Grusel ist erbeten, nachhaltiges Verstören eher nicht. Wem das…

  • War (USA 2007)

    Actionfilme des neuen Jahrtausends sind hart, laut und schnell. Ansonsten hat sich im Genre wenig geändert. Hier stehen die Helden, dort lauern die Schurken. Sie entsprechen Klischees mit festem Stand, an denen, wenn überhaupt, nur im asiatischen Raum gerüttelt wird. Dort verwischen die Grenzen, sind die Guten nicht gänzlich gut und die Bösen nicht vollends…