The Foreigner – Black Dawn (USA 2005)

the-foreigner-black-dawnFür gewöhnlich werden ausschließlich erfolgreiche Filme fortgesetzt. Natürlich gibt es Ausnahmen, doch bleibt die Bedeutungslosigkeit dieser Regel ökonomischer Vernunft auf den Sektor des B-Pictures beschränkt. Im Laufe seiner Karriere gab sich Steven Seagal nur einmal für eine Fortsetzung her, im Nachklapp zu seinem kommerziell ertragreichsten Auftritt „Alarmstufe: Rot“. Mittlerweile steht der alternde Knochenbrecher nur noch in Produktionen für den Video- und DVD-Markt Spalier. Weil Qualität dort ohnehin eine geringere Bedeutung zuteil wird, schiebt Seagal mit „Black Dawn“ ein Sequel zu „The Foreigner“ nach – einem seiner ärgsten Vehikel.

Darin füllt der einstige Action-Star abermals die Rolle des Spezialagenten Jonathan Cold mit Ausdruckslosigkeit. Doch diesmal scheint sein Auftreten undurchsichtig. Erst verhilft er einem gefährlichen Waffenhändler zur Flucht aus dem Staatsgewahrsam, danach einer Gruppe Terroristen zu einer Atomwaffe. Als die CIA-Agentin Amanda Stuart (Tamara Davies, „Crawlers“) – Colds einstige Schülerin – auftaucht, bekennt der Einzelgänger Farbe und rettet die junge Frau vor dem sicheren Tode. Zwischen den Fronten von Geheimdienst und Schurken versuchen beide fortan, undichte Stellen in den eigenen Reihen aufzudecken und die USA obendrein vor einem atomaren Anschlag zu bewahren.

Steven Seagals gewichtsbedingte Unbeweglichkeit bedarf keines Spottes mehr. In Alexander Gruszynskis „Black Dawn“, dem Regiedebüt des Kameramanns von „Stone Cold“ und „Maximum Risk“, muss er sich kaum mehr mühen als notwendig. Handkanten hagelt es nur am äußersten Rande der grob gestrickten Geschichte, in der Hauptsache lässt Seagal Worte statt Taten sprechen. Dort liegt nur eine der offensichtlichen Schwachstellen des Films, war der schlagkräftige Schauspieler doch nie ein Experte im Umgang mit Wort und Mimik. Entsprechend dümpelt der politisch aufgeblasene Plot vor sich hin und rettet sich durch vereinzelten Schusswaffengebrauch und eine immerhin solide Autoverfolgungsjagd vor dem völligen Scheitern.

In seiner Gesamtheit betrachtet ist „Black Dawn“ ein reichlich belangloser Streifen, bei dem der Held Altersschwäche offenbart und die Terroristen Ähnlichkeit mit Unterwäschemodels. Die Darsteller bleiben blass, die Action zu unspektakulär, um wirklich vor dem Entschlafen zu bewahren. Weh tut dieser Thriller sicherlich niemandem, entbietet aber auch keinerlei Gründe, die 90 langatmigen Minuten bis zum haltlos absurden Finale durchzustehen. Inhaltliche Überkonstruktion und akute Vorhersehbarkeit stützen so eine Billigproduktion, die nicht einmal hartgesottene Genrefans bei Laune hält. Immerhin fällt angenehm in die Wagschale, dass Steven Seagal selbständig für seine Alterssicherung sorgt. Besser werden seine Filme dadurch allerdings nicht.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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