The Forecast – In the Shadow of Two Gunmen (2006, Victory Records)

the-forecast-in-the-shadow-of-two-gunmenTHE FORECAST sind keine x-beliebige Indie-Rock-Combo, kein weinerliches Emo-Geflenne für den künstlerischen Mahlstrom des Mainstream. Selbst für die Verhältnisse von Victory Records, die bereits den vielversprechenden Debütlangspieler der Band veröffentlichten, ist derlei Qualitätsmerkmal längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso erfreulicher fällt da ins Gewicht, dass THE FORECAST die Versprechen von „Late Night Conversations“ auf dem Nachfolger „In the Shadow of Two Gunmen“ einlösen. In voller Gänze.

Der Opener „Everything We Want to Be“ lässt die Vorahnung aufkommen, die Band mit eben jenem englischen Wort im Titel könnte einen anderen Weg als zuletzt einschlagen. Einen rockigeren etwa? Mit den drei daran geknüpften Songs („And We All Return To Our Roots“ / „(May You One Day) Carry Me Home“ / „One Hundred Percent”) zerstreuen THE FORECAST sämtliche Zweifel. Eine Weiterentwicklung ist spürbar. Sogar eine deutliche. Diese erhabene Dreifaltigkeit genügt bereits für eine tolle Platte. Im weiteren Verlauf wird es eine großartige.

„In the Shadow of Two Gunmen“ ist der große Bruder von „Late Night Conversations“. Dabei klingen THE FORECAST noch mehr wie der extrovertierte Spross von THE ANNIVERSARY. Die sich überschneidenden, verwebenden Gesangslinien aus männlichem und weiblichem Organ entfalten eine noch stärkere Sogwirkung als zuletzt. Griffige Refrains, bei denen vor allem Bassistin Shannon ihr Stimmpotential weit mehr entfalten darf als auf dem Vorgänger, sind kein Muss, runden die 12 Stücke jedoch angenehm ab. Das kreative Potential des Vierers erhält so den erwarteten Feinschliff und garniert eine erfrischend unspektakuläre Scheibe, die dieser Band hoffentlich mehr erschließt als nur die Sympathie von Kritikern und Publikum.

Wertung: (8 / 10)

scroll to top