The Flatliners – Inviting Lights (2017, Rise Records)

Die Bande um Sänger Chris Cresswell hat schon einiges mitgemacht. Vor rund fünfzehn Jahren gegründet, verbrachte man eine große Zeit davon gemütlich im Schoße von Fat Mike. Damit ist es nun aber vorbei, zumindest die nächste Zeit ist Rise Records die neue Heimat der Kanadier. Und damit sind – ob diese nun unmittelbar mit dem Labelwechsel zusammen hängen sei dahingestellt – ein paar Veränderungen verbunden. Ihr Sound hat sich deutlich in Richtung Midtempo-Rocksongs verlagert. Ganz neues Terrain ist das für sie zwar nicht, überrascht in dieser Form aber doch.

Vorschnell rausposaunt klingt „Inviting Light“ stückweise sogar recht langweilig. Zwar hatte schon der Vorgänger „Dead Language“ ein paar Midtempo-Passagen mehr an Bord, doch blieb sich die Band und ihrer eher rauen Gangart treu. Genau diese über all die Jahre liebgewonnene raue und manchmal auch krakelige Note ist auf ihrem neuen Werk kaum noch zu hören. Nur gelegentlich kommt Chris Cresswell – siehe „Infinite Wisdom“ – noch aus sich heraus und zeigt, was seine Stimmbänder hergeben. Die Songs wirken insgesamt klarer, fast schon könnte man poppig sagen. Schnellere Stücke spart sich die Band komplett und drosselt das Tempo gelegentlich noch mehr als nötig. Ein Song wie „Chameleon Skin“ überrascht deswegen doppelt, auch weil man so etwas eigentlich eher von einer Band wie JIMMY EAT WORLD gewohnt ist.

Auf der anderen Seite wagt sich das Quartett mehr und mehr aus der eigenen Komfortzone heraus. Man experimentiert mehr („Burn Out Again“), was per se alles andere als verwerflich ist. Aber das Ergebnis mag eben nicht immer überzeugen, da „Indoors“, oder „Human Party Trick“ schlichtweg der Dampf fehlt. Ihre Unbekümmertheit war eine große Stärke. Grundsätzlich mag ihnen diese nicht abhanden gekommen sein, aber „Inviting Lights“ klingt immer wieder so. Es kann also gut sein, dass alten Fans mit diesem Album die Kinnlade erst einmal nach unten rauscht. Nach einigen Durchläufen relativiert sich das ein oder andere. Dann machen auch „Hang My Head“ oder „Wedding Speech“ mehr und mehr Spaß. Ein fader Beigeschmack bleibt aber trotzdem.

Wertung: (6 / 10)

 

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