The Eye (USA 2008)

the-eye-2008Nein, gebraucht hat es das Remake von „The Eye“ wahrlich nicht. Aber wer hätte das schon erwartet, schließlich sind Neuverfilmungen populärer asiatischer Gruselfilme in Hollywood an der Tagesordnung. Zumindest gefühlt. Nach dem Ring und dem Groll nun also das Auge, mit dessen Original die Brüder Oxide und Danny Pang ihren Status als Shootingstars untermauerten. Mittlerweile hat es auch sie nach Amerika verschlagen, wo sie als Schatten ihrer selbst Kopien der alten Erfolge drehen dürfen.

Bedingt besser ergeht es da den Franzosen David Moreau und Xavier Palud, die mit dem reduzierten Angstmacher „Them“ für Aufsehen sorgten und nun selbst in Übersee als Resteverwerter verheizt werden. Dem Pang’schen Gänsehautschub haben sie kaum Bewegendes hinzuzufügen, entfernen sich dabei jedoch nie zu weit von der Vorlage, um nicht noch von deren Funktionalität profitieren zu können. Individuelles Geschick allerdings wird dabei nicht verlangt. Ihr US-Debüt ist ein getreuer Nachbau, der sich auf bewährte Standards verlässt. Und die Präsenz von Jessica Alba („Fantastic Four“).

Sie spielt Violinistin Sydney Wells, die durch einen tragischen Unfall in ihrer Kindheit erblindete. Eine späte Transplantation soll ihr Augenlicht zurückbringen, doch lässt bereits der Vorspann wenig erhellendes erahnen. Und tatsächlich, als die Operation gelungen und die Sehkraft, wenn auch verschwommen, wieder hergestellt ist, beginnt Sydney paranormale Dinge wahrzunehmen. Tote Menschen werden von einer nebulösen schwarzen Gestalt fortgeführt und die fremden Netzhäute offenbaren Begebenheiten, die einem vergangenen Leben zugehörig scheinen.

Die Alba, geschätzt ob ihrer physischen Vorzüge und belächelt ob ihrer beschränkten mimischen Fähigkeiten, schlägt sich wacker als gebeutelte Unschuld. Ihr zur Seite steht Psychologe Faulkner (Alessandro Nivola, „Anatomie einer Entführung“), der ihrer zunehmenden Verängstigung gegenüber doch einen Tick zu skeptisch eingestellt ist. Dennoch begleitet er sie nach Mexiko, wo sich Ursprung und Bestimmung der Visionen verdichten – bis zum auch hier stimmigen Finale. Viel schief geht bei der bewährten Mixtur aus schleichendem Schrecken und punktierten Schocks nicht. Dem Original hängt der wenig subtile Nachahmer merklich hinterher. Einen flüchtigen Zweck aber erfüllt er allemal.

Wertung: (5 / 10)

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