The Exterminator (USA 1980)

the-exterminatorEin Mann räumt auf. Das US-Kino der 70er und 80er ist voll von solchen Plots. Als der Vigilanten-Boom noch halbwegs knackig war, schickte James Glickenhaus („McBain“) den „Exterminator“ auf Vergeltungstour in den Großstadtmoloch. Dort, wo das Gesindel scharenweise zu Hause ist, macht John Eastland (Robert Ginty, „Mission Cobra“) kurzen Prozess und nimmt das Gesetz in die eigenen Hände. Das agitatorische Rüstzeug hat er während des Vietnamkriegs erhalten, den Glickenhaus einleitend zwischen Studio und Kiesgrube aufleben lässt. Oder aufleuchten, beginnt der Streifen doch gleich mit einer Explosion und vom Hügel gefegtem Stuntman.

Bei einem Feuergefecht werden Eastland und Kameraden, darunter der spätere „American Fighter“-Co-Star Steve James, gefangen genommen und in ein Lager des Vietcong verschleppt. Einem von ihnen wird effektvoll – und extrem brutal – in Zeitlupe der Kopf abgeschlagen. Aber glücklicherweise hat James’ Kraftpaket Michael ein Würgeinstrument am Kopf versteckt (!) und leitet alsbald die Gegenwehr ein. Nachdem der Studiodschungel in Rauch aufgegangen ist, folgt der Sprung nach New York – inklusive Skyline-Flug und traniger Schmalzmucke. Großes Kino ist das erwartungsgemäß nicht. Allerdings auch nicht die möglicherweise zu erwartende (oder mancherorts beschworene) Sleaze-Granate.

Denn Eastland ist kein kaltblütig gewissenloser Schlächter, sondern ein unscheinbarer Normalo, dem das Trauma der Kriegserlebnisse schwer zusetzt. Als Familienvater Michael aber von einer Gang (den Ghetto Ghouls!) zum Krüppel geschlagen wird, zückt der rot sehende Freund den Flammenwerfer und überlässt den Bandenführer einer Horde hungriger Ratten. Damit nicht genug, Räumt er bald mit allerlei Gesindel auf und präsentiert sich den Medien gar als Rächer der von Justiz und Staat im Stich gelassenen Bevölkerung. Das bringt Polizist Dalton (Christopher George, „Grizzly“) auf den Plan, der aber eher Zeit schindet und den ohnehin zähen Erzählfluss zusätzlich bremst.

Also darf Eastland weitgehend unbehelligt gesellschaftliche Abfallprodukte entsorgen (oder durch den Fleischwolf drehen). Dass die Politik bald an einen die Regierung unterminierenden Coup glaubt, wirkt fast satirisch. Selbst die CIA schaltet sich ein, ist aber einzig als Stütze des krausen Ausklangs dienlich. „The Exterminator“ bleibt abgefuckt, lotet die Kontroversen des Plots aber nur rudimentär aus. Der blasse Ginty ist eben kein Charles Bronson, selbst wenn er die bewährte Paul Kersey-Hausputz-Mentalität mit psychopathischen Tendenzen anfüttern darf. Der schroffe Billigfilm, dem Produzent Mark Buntzman mit Ginty 1984 eine Fortsetzung bescherte, bleibt klassisches Bahnhofskino mit gedehnter Konzentration auf Opfersuche und Munitionsvorbereitung. Nicht wenige Filmfreunde halten den veralteten Rachestinker in Ehren. Viel zu halten gibt es da im Grunde aber nicht.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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