The Devil Inside (USA 2012)

DI_Billing_typeMit Filmtrends ist das so eine Sache. So schnell wie sie gekommen sind, ist der Reiz an ihnen auch wieder verflogen. Das Phänomen erschöpft sich in der steten Wiederholung. Denn wo Erfolg ist, da gibt es Nachahmer. Der Mockumentary-Horror, also die Vorgaukelung realer Ereignisse durch die von Protagonisten geführte Kamera, erlebte durch „Blair Witch Project“ (1999) zu Beginn des neuen Jahrtausends einen kurzen Popularitätsschub. Aber erst durch „Paranormal Activity“ (2007) erlangten Produzenten und Filmemacher das Vertrauen, klassische Blockbuster tatsächlich mit minimalen Mitteln fertigen zu können.

Ein solcher ist auch William Brent Bells („Stay Alive“) Exorzismus-Schocker „The Devil Inside“, der trotz einhelligen Kritikerverrisses noch immer mehr als 50 Millionen Dollar an den US-Kinokassen umsetzte. Seinen Zenit hat das Genre also nur qualitativ überschritten. Gerade dafür ist Bells mysteriöser Horror ein trefflicher Beweis, fährt er doch ohne eigenen Variierungsanspruch sämtliche Klischees und Standarten filmisch aufbereiteter Teufelsaustreibungen auf. Der Vatikan soll laut den anfangs eingeblendeten Textzeilen wenig erfreut gewesen sein. In Wahrheit dürfte der Film sowohl Papst als auch katholischer Kirche herzlich egal sein. Dem Zuschauer übrigens auch.

Im Mittelpunkt der viel zu bekannten Geschichte steht die junge Isabella Rossi (Fernanda Andrade). Begleitet von Dokumentarfilmer Michael (Ionut Grama) reist sie nach Rom, um herauszufinden, warum ihre dort in einer Psychiatrie eingesperrte Mutter Maria (Suzan Crowley) 20 Jahre zuvor zwei Priester und eine Nonne tötete – angeblich während eines an ihr praktizierten Exorzismus. Von den Priestern Ben (Simon Quarterman) und David (Evan Helmuth) erhält Isabella Einblicke in echte Teufelsaustreibungen. Als sie ein solches Ritual auch an Maria praktizieren, wird eine Kette unheimlicher Ereignisse in Gang gesetzt, die sie bald in Lebensgefahr bringt.

Nur resultiert daraus kaum Spannung. Der Pseudo-Dokumentarismus des Horrorfilms schöpft seine Wirkung aus der Überwindung des künstlichen Scheins. Das größte Problem von „The Devil Inside“ ist, dass Figuren und Szenario nicht glaubwürdig wirken. Vor allem aber versagt der Streifen bei der Beschwörung des Schreckens. Unnatürlich verrenkte Glieder und Fluchtiraden der Besessenen sind bis zur Erschöpfung bekannt. Nur fällt Regisseur und Co-Autor Bell daneben nichts ein. Selbst aus der finalen dämonischen Übertragung von Mensch zu Mensch schöpft er keine Beklemmung, sondern verwaltet das Grauen bis zum erwartbar bösen Schlusspunkt nach Schema F. Auf diese Teufelei kann man also getrost verzichten.

Wertung: (3 / 10)

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