The Dentist II – Zahnarzt des Schreckens (USA 1998)

the-dentist-2„This is how we bond our teeth in Hollywood, Bevie. Bonding in bondage.“

Der schizophrene und sauberkeitsfanatische Kauleistenzimmermann ist wieder da! Nach dem Massaker im ersten Part landet Dr. Alan Feinstone (immer noch genial: Corbin Bernsen, „L.A. Law“) natürlich in der Psychiatrie. Glücklicherweise blieb die in die Wade eingenähte Schneide unbemerkt, die ihm bei der Entsorgung der Psychiaterin sehr gelegen kommt. Ein Genickbruch hätte es sicher auch getan, aber so hätte Feinstone eben nicht in seinem Bein rumsuhlen dürfen. Ohne Splatter geht es eben nicht!

Die Anstalt, in der er einsaß, scheint auf Sicherheitssysteme nicht unbedingt viel Wert zu legen, denn noch bevor die Credits an uns vorübergezogen sind, ist der gute Doktor per Auto bereits auf dem Freeway unterwegs. Ziel ist das verschlafene Nest Paradise, wo er sich als Dr. Lawrence Caine prompt in der Rolle des neuen lokalen Zahnarztes findet. Eine neue Flamme ist in Gestalt des (hoho) steilen Zahns Jamie Dewers (Jillian McWhirter, „Bloodfist VII + VIII“) auch bereits in Sicht. Tatsächlich könnte alles so wunderbar sein. Da wir uns aber nicht in Schleswig-Holstein befinden und den Erlebnissen des Landarztes beiwohnen, ist der Wahnsinn natürlich nicht weit. Die Visionen, in denen Caine vom bösen Alter Ego Feinstone regelrecht heimgesucht wird, mussten ja etwas zu bedeuten haben. Fortan ist keine Mundhöhle in Paradise vor dem Bohrer des Grauens mehr sicher!

Brian Yuzna ist nicht nur für derben Splatter bekannt. In früheren Zeiten schaffte er rund um das explodierende Gekröse (siehe z.B. die atmosphärisch stimmige Aufarbeitung einiger H.P. Lovecraft-Motive in „Necromonicon“) auch eine packende Geschichte zu erzählen. Sein erster Ausflug ins Reich des dentalen Horrors bescherte ihm anno 1996, sicherlich zum großen Teil dank Bernsens gelungener Psychopathen-Darstellung, genug Gewinn, um zwei Jahre später diese durchwachsene Fortsetzung auf die Beine zu stellen. Hat man im Erstling noch das Aufstreben des Bösen im guten Doktor und den finalen Verfall in den Wahnsinn trotz sichtbaren Budgetgrenzen gelungen in Szene gesetzt, holt ihn hier schon der Fluch der Horrorserie ein. Und nach dem muss auch Feinstone zum klassischen Horrorfilm-Schlitzer mutieren.

Hätte man in der Rolle des im Bewusstsein gespaltenen Caine/Feinstone einen weniger fähigen Schauspieler gehabt, die Schose wäre aufgrund der vorhersehbaren Handlung wohl vollends gescheitert. „The Dentist 2“ kann, ähnlich „Stepfather II“, nur aufgrund der guten Leistung seines Hauptdarstellers punkten. Zudem kommt der Splatter nicht zu kurz, woran auch der geringe Bodycount von wiederum „nur“ vier Opfern (darunter immerhin Trash-Ikone Clint Howard) nichts ändert. Das Massakrieren der (Gummi-)Mundhöhlen ist auch für Nicht-Dentalphobiker wieder alles andere als angenehm anzusehen. Nach Dr. Feinstones Wurzelbehandlung bekommt dieser Eingriff eine ganz neue, im wahrsten Sinne des Wortes tiefere Bedeutung.

Doch all das reißt Yuznas Fortsetzung nicht aus dem Mittelmaß heraus. Eine Zeit lang gab es (natürlich) Pläne für ein weiteres Abenteuer des Schlächters in Weiß, in dem er – kein Scherz – auf den sinistren Naturgeist Leprechaun treffen sollte. Aber da hatte wohl nur jemand zu viel Lachgas in die Lungen bekommen!

Wertung: (4 / 10)

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