The Dead Zone (USA 1983)

the-dead-zoneAnfang der Achtziger erreichten Kinofilme nach den Büchern Stephen Kings Hochkonjunktur. Viel geändert hat sich daran bis heute nicht, doch verfügen die alten Adaptionen über zeitgeistliche Schwere und einen bitteren Ernst, der nicht durch die tricktechnischen Möglichkeit der Gegenwart konterkariert wird. Vielleicht täuscht der Eindruck, dass in dieser Zeit die besten Werke nach King über die Leinwände flimmerten. Heute ist eher Übersättigung angesagt, zu viele halbgare TV-Filme, zu viele unbefriedigende Schnellschüsse.

Wirklich gut sind viele der alten Verfilmungen auch nicht, man denke nur an „Der Feuerteufel“ oder „Christine“. Doch sie wurden mit Herzblut gemacht und verfügen durch ihren altbackenen Charme und die vielfach daran geknüpften Kindheits- und Jugenderinnerungen über einen eigentümlichen Reiz, den neumodisch liebloser Kram wie „Dreamcatcher“ nie zu erreichen im Stande scheint. Über die Jahre hingegen nur wenig abgenutzt hat sich „The Dead Zone“, David Cronenbergs („Die Fliege“) stimmungsvoll ins erzkonservative politische Kraut der Reagan-Ära schießender Psycho-Thriller.

In dem erwacht Lehrer Johnny (Christopher Walken, „Die durch die Hölle gehen“) nach einem verheerenden Autounfall aus dem jahrelangen Koma und entdeckt plötzlich die Gabe hellseherischer Fähigkeiten. Wenn er Gegenstände oder Personen berührt, so kann er in deren Vergangenheit und Zukunft blicken. Während er sich emotional in der ihm fremden Zeit, in der seine einstige Verlobte Sarah (Brooke Adams, „Manchmal kommen sie wieder“) längst einen anderen geheiratet hat, nur schwer zurechtfindet, helfen seine Kräfte Sheriff Bannerman (Tom Skerritt, „Alien“) bei der Aufspürung eines Serienkillers.

Produziert von Dino De Laurentiis, der auch die King-Adaptionen „Der Werwolf von Tarker Mills“, „Rhea M“ und „Manchmal kommen sie wieder“ initiierte, sowie John Carpenter-Weggefährtin Debra Hill („Die Klapperschlange“), zeugt sich die Spannung allein aus Subtilität und Suggestion. Christopher Walkens bravouröses Spiel macht die übersinnliche Note des Stoffes vergessen, den Cronenberg nur vereinzelt mit vordergründigen Schockeffekten anreichert. Johnny und seine Ängste, mehr noch seine Motive bleiben stets glaubhaft. Eine fesselnde Stimmung stellt sich damit von ganz allein ein.

Besonders heikel wird es für ihn, als er dem Senatskandidaten Stillson (Martin Sheen, „Der Feuerteufel“) die Hand schüttelt und dabei die von ihm in späterem Präsidentenamt heraufbeschworene Apokalypse vorhersieht. Dabei trifft er auch Sarah wieder, die den Politiker im Wahlkampf unterstützt. Von Zweifeln geplagt, ob er die Vision ignorieren oder die Initiative ergreifen soll, entschließt er sich schließlich zum Attentat. Ein bis zum bitteren Finale bemerkenswerter Thriller – und eine der besten King-Adaptionen überhaupt.

Wertung: (8 / 10)

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