The Darkest Hour (USA 2011)

darkesthourEs ist wahrlich eine dunkle Stunde, die Regisseur Chris Gorak („Right at Your Door“) und Produzent Timur Bekmambetov („Wächter der Nacht“) auf Zelluloid gebannt haben. Für die Menschheit einerseits, für den phantastischen Film andererseits. An sich hätte die Geschichte der x-ten Alien-Invasion ausreichendes Fundament für ein kurzweiliges Big Budget-B-Movie bieten können. Die Verlagerung des Geschehens in Russlands Kapitale Moskau bietet (in der Theorie) abwechslungsreiche Schauplätze und bedeutet trotz amerikanischer Hauptdarsteller die Gelegenheit eines Perspektivwechsels.

Aber „The Darkest Hour“ bleibt ungeachtet des veränderten Rahmens und der Beteiligung Bekmambetovs ein lupenreines Hollywood-Vehikel. Statt in jeder zweiten Einstellung im Wind wehende US-Flaggen sind es zu Beginn aufdringlich ins Bild geschobene McDonalds-Werbungen, die das westliche Publikum auf vertrautes Terrain lotsen sollen. Das wäre noch verzeihlich, würde der Film bei aller Plattheit zumindest seine Schauwerte souverän ausspielen. Dem im Wege steht allerdings die Fokussierung auf Figuren, deren Sein und Handeln bis zur unfreiwillig parodistischen Schmerzgrenze übersteigert wirken. Zumal das Gesamtszenario umfassend ernsthaft präsentiert wird.

Nachdem die Freunde Sean (Emile Hirsch, „Into the Wild“) und Ben (Max Minghella, „The Social Network“) in Moskau erkennen müssen, dass Unternehmer Skyler (Joel Kinnaman, „Easy Money“) ihre Idee eines onlinebasierten sozialen Netzwerks geklaut hat, suchen sie mit den ebenfalls amerikanischen Touristinnen Natalie (Olivia Thirlby, „Juno“) und Anne (Rachael Taylor, „Shutter“) Zerstreuung in einem Nachtclub. Plötzlich am Nachthimmel auftauchende Lichtphänomene locken die Menschen auf die Straße. Doch die über dem gesamten Stadtgebiet (sowie dem Rest der Welt) niedergegangenen Erscheinungen pulverisieren die Schaulustigen in einer unvermittelten Angriffswelle.

Die vier Amerikaner können sich nebst Skyler im Lagerraum des Nachtclubs verschanzen. Tage später zieht es sie (natürlich) zur Rettung verheißenden US-Botschaft. Es folgt die absehbare Mär von Flucht, Konfrontation und Gegenwehr, deren streng formelhaften und von schier unglaublich blöden Dialogen überschatteten Wege von einem kauzigen einheimischen Elektriker mit eigens konstruierter Strahlenwaffe, der wehrhaften Teenagerin Vika (Veronika Ozerova) sowie zur Attacke blasenden russischen Soldaten in lachhafter Kostümierung gekreuzt werden. Denn Schutz vor den Energie-plündernden außerirdischen Wesen spendet einzig metallische Abschirmung im Sinne des Faradayschen Käfigs.

Mit peinlichen, dem Zusammenhalt der Völker zuträglichen patriotischen Anwandlungen werden Wege erprobt, den extraterrestrischen Aggressoren beizukommen. Abseits partiell gelungener CGI-Bilder von Tod und Zerstörung – auf die neuerliche Unzweckmäßigkeit der 3D-Effekte muss wohl kaum näher eingegangen werden – bietet „The Darkest Hour“ aber nicht einmal solide Routine. Die dunkelste Stunde des Sci-Fi-Genres hat damit zwar nicht geschlagen. Aber die lichten Momente sind einfach zu rar gesät, als dass Bekmambetovs erschreckend banaler Ausflug in die Heimat zumindest das Minimalziel eines schmissig unterhaltsamen Endzeitszenarios erreichen könnte.

Wertung: (3,5 / 10)

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